The Door | Die Tür

What if
a moment was never
an instant in time,
but a doorway?

Step through.

Was wäre,
wenn ein Moment
niemals nur einen Augenblick war,
sondern eine Tür?

Tritt hindurch.


A moment is full
of what is noticed.

Yet,
shorter than a breath,
it is turned
into a frame
on the gallery wall
of memory.

Can a moment
not last
a lifetime?

Do the trees,
standing witness
to generations,
keep galleries
of seasons gone?

Perhaps
a moment
is only a door
into the experience
of life.

What need have we
of a gallery of frames,
except
when we have stepped
out of living
into reverie?

Why indulge
in memory,
when we are already
life itself?

Why remain
in the gallery
when the door
to the living is still ajar?

(c) Njikoha Ebigbo 2026

Ein Moment
ist voll von dem
was, wir wahrnehmen.

Kürzer als ein Atemzug,
wird er dennoch
als Rahmen
in der Galerie
der Erinnerung
aufgehängt.

Kann ein Moment
nicht eine Lebzeit
lang dauern?

Bewahren die Bäume,
Zeitzeugen
vieler Generationen,
Galerien
vergangener Jahreszeiten?

Vielleicht
ist ein Moment
bloß eine Tür
in das Erfahren
des Lebens.

Was nützt es uns,
eine Galerie voller Rahmen
zu haben,
wenn wir uns der Träumerei hingeben
und aus dem Lebendigen getreten sind?

Warum sich der Träumerei
hingeben, wenn wir bereits
im Leben sind?

Warum in der Galerie
verweilen,
wenn die Tür
in das Lebendige
offen steht?


6 Kommentare zu “The Door | Die Tür

  1. Ein sehr essenzielles Gedicht, gefällt mir die Beschreibung des ewigen Jetzt und wieder in so wunderbare Worte gefasst. Danke auch für das so zarte Foto, Irmengard

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