being free


frei sind unsere Seelen
unendlich
wie der Wind
unbändig
auch in diesem Leben
unablässig
unterdrücken kann sie nichts

deine Seele ist wie unsere, frei
niemand kann sie einschränken
doch du kannst dich ihr versperren
wenn du unsere Freiheit leugnest
bist du selbst unfrei
so verblendet und verloren
wirst du durch viele Leben wandern
bis du es begreifst
deine Freiheit weht in dir
nur du kannst dich frei machen

schaue deshalb nicht auf uns
wenn das Leben dich hart packt
Freiheit ist es nicht
wenn du alles haben kannst
sondern nur dann
wenn du in dir schaust
deine Seele dort erkennst
immer frei und gegenwärtig
hast schon alles was du brauchst
nur erkennen musst du‘s selbst

(c) Njikoha Ebigbo 2024

our souls are free
infinite
like the wind
irrepressible
even in this life
incessant
nothing can suppress it

your soul, like ours, is free
no one can restrict it
but you can obstruct it
if you deny our freedom
you yourself will be unfree
so blinded and so lost
you will wander through many lives
until you realise
your freedom blows within you
and only you
can set yourself free

so do not look at us
when life hits you hard
freedom is not
when you can have
all that you desire
only when you look inside yourself
and recognise your soul
always free and present there
having everything you need
then you can be free
but still
you’ll have to recognise it yourself

Impressionen bei den Bad Uracher Wassefällen | Impressions at the Bad Urach Waterfalls

Dieses Naturgedicht ermutigt jeden, die Freiheit in sich selbst zu suchen. Diese Zeilen sind ausnahmsweise in der 2. Person formuliert, weil die Verursacher von Unfreiheit – bewusst oder unbewusst – sofort Frieden finden könnten. Dazu bedarf es nur einer nach innen gerichteten Perspektive.

This nature poem encourages everyone to seek freedom within themselves. These lines are unusually written in the 2nd person, because the perpetrators of unfreedom – consciously or unconsciously – could immediately find peace. This requires just an inward perspective.


Was denkst du darüber? Ich würde mich über einen Kommentar freuen. Vielen Dank! | What are your thoughts? Feel free to leave a comment below. Thank you!

enlightened by modesty



Ich, dieses hochmütige Wesen
halte mich für so allwissend
unübertroffen
über alles erhaben
allein herrschend

Das andere Wesen
uralt und überall
unsichtbar wirkend
weder Pflanze noch Tier
schaffend und zerstörend
bald Freund, bald Feind
hier das größte,
dort das kleinste
aller anderen Wesen.

Im feuchten Wald
ganz unten bei den Moosen
zeigt sich mir das Wesen
Nicht ich sondern es,
formt die Erfüllung
von so vielem Leben hier
unten, in und auf der Erde
oben, in den Lüften
drüben, in allen Wassern
seit Urzeiten her

Voller Demut verstumme ich
im duftenden Laub
des letzten Herbstes
Jetzt erkenne ich
diese wahre Natur
eines so erhabenen Wesens
und die meiner eigenen Unwissenheit

(c) Njikoha Ebigbo 2023

I, this arrogant being,
think I am so omniscient,
incomparable, above all,
the only one who rules.

The other being,
ancient and everywhere,
working invisibly,
neither plant nor animal,
creating and destroying,
sometimes friend, sometimes enemy,
here the greatest,
there the smallest
of all other beings.

In the damp forest,
at the very bottom
among the mosses,
the being shows itself to me
Not me but it
moulds the fulfillment
of so much of life here
below, in and on the earth
above, in and around the air
over there, in all the waters
since ancient times

Full of humility
I fall silent
amongst the odorous leaves
of last autumn
Now I realise
the true nature
of such a sublime being
and that of my own ignorance

Helmlinge| Mycena

Wie können wir unseren Drang nach ständiger Expansion mit Bescheidenheit in Einklang bringen, um eine längerfristige Existenz auf der Erde zu erreichen? Dieses Naturgedicht weist den Menschen in seine Schranken, indem es uns mit Pilzen vergleicht, die ein integraler Bestandteil des sich entwickelnden Lebens auf der Erde und des verschlungenen Lebensnetz der Natur sind. Mit Bescheidenheit können wir die Grenzen unseres Wissens anerkennen und die unendlichen Möglichkeiten des Lebens toleranter und wertschätzender wahrnehmen.

How can we balance our urge for continuous expansion with humility to achieve a longer-lasting existence on earth? This nature poem puts humankind in its place by comparing us to fungi, an integral part of the earth’s evolving life and nature’s intricate web of life. With humility, we can acknowledge the limitations of our knowledge and become more tolerant and appreciative of life’s endless possibilities.


my true self



was wäre, wenn ich mich
einfach sein lassen könnte
wer ich wirklich bin?
wenn ich einfach nur still
sein könnte
in die Zeitlosigkeit entgleite
jetzt, hier
meinen Körper weitermachen lasse
während ich beginne
zu sein
jenseits
des Atems
aller Gedanken
dieser Identität
und Konditionierung
wenn ich aus all dem heraustreten könnte
und mich befreien könnte
von der Wahrnehmung
dann würde ich sicherlich
mich selbst erkennen
desillusioniert
als mein wahres Selbst
ich würde erleben, dass ich
der Beobachter meiner selbst bin
und ich würde einfach sein
unendlich, unbestimmt
doch jetzt kann ich es nicht wissen
bis ich mich selbst gefunden habe
so zu sein, wie ich wirklich bin
aber dann könnte selbst das
vielleicht nur eine Illusion sein

(c) Njikoha Ebigbo 2023

what if I could
just let myself be
who I really am?
if I could just be still
slip out into timelessness
now, here
let my body continue on
whilst I begin to be
simply being
beyond my breathing
outside my thoughts
beside my identity
above my conditioning
letting them all be
the illusions that they are
if I could step out of it all
and free myself
from perception
then I surely would
recognise myself
disillusioned
as my true self
I would experience being
the observer of myself
and I would just be
infinite, indefinite

for now, I cannot know
until I have found myself
to be, just as I really am
but then, even that
might just be an illusion

Herbst-Drehwurz| Autumn lady’s-tresses
(Spiranthes spirales)


Die Wahrnehmung meiner Selbst ist durch meine Sinne und die Verarbeitung der Sinnesempfindungen durch mein Gehirn begrenzt. War wäre, wenn ich über diese Begrenzung hinaus blicken könnte?

The perception of myself is limited by my senses and the processing of sensations by my brain. What if I could see beyond this limitation?

Ostern | Easter 2023

Within me



in diesem menschlichen Wesen
hier und jetzt
in diesem Körper und in dieser Zeit
gibt es immer
Dunkelheit und Licht

in mir
legen sich
Tragödien und Wunder
in Bändern der Entwicklung
um mein Wesen
und bringen hervor
Güte und Weisheit

in mir
bewahren mich
schöne Narben
des Schmerzes und der Erleichterung
vor Verbitterung
befreien mein Herz und öffnen es weit
um Vergebung zuzulassen

in mir
singen Kummer und Freude
ihre Melodien
und bewegen meine Seele
zu Empathie und Mitgefühl

in mir
weine und lache ich, laut und leise
mit überwältigenden Emotionen
auf meine Gedanken achtend
so dass sich mein Bewusstsein
entfalten kann

in mir
dringen vergangene
Momente und Lebenszeiten durch
und entfalten
Glückseligkeit und Schmerz
der Erinnerungen
aus denen ich lerne
zu meinem höheren Selbst zu wachsen

in mir selbst
lebe und sterbe ich
solange es Existenz gibt
denn ich bin ein Teil der Natur
in diesem sich entfaltenden Universum
verbunden mit allem
bewusst und unbewusst

(c) Njikoha Ebigbo 2023

within this human being
here and now
in this body and time
there is always
darkness and light

within me
tragedies and miracles
lay themselves around
my being
in bands of growth
bringing forth
kindness and wisdom

within me
beautiful scars of hurt and relief
keep me safe from resentment
liberating my heart wide open
to accommodate forgiveness

within me
sorrow and joy
sing their melodies
compelling my soul
to empathy and compassion

within me
I cry and laugh, loud and quiet
with overwhelming emotions
mindful of my thoughts
so that I may unfold
my consciousness

within me
past moments and lifetimes
push through
unfurling bliss and pangs
of reminiscence
from which I learn
growing to my higher self

within myself
I live and die
as long as there is existence
for I am a part of nature
in this universe unfolding
connected with everything
consciously and unconsciously

Silbergrüner Bläuling| Chalkhill Blue
(Polyommatus coridon)


Was sind die Zutaten des Glücks, hier, in diesem Leben? Mit diesem Naturgedicht gehe ich auf eine möglich Antwort ein. Die hier eingenommene Perspektive vereint sowohl das erfreuliche als auch das leidvolle, so dass am Ende Glück weder das eine noch das andere ist. Glücklich zu sein kommt dann darauf an etwas neues aus Leid und Freude, Licht und Dunkelheit zu erschaffen, immer wieder in allen Lebenslage. In Summe entsteht somit Glück.

What are the ingredients of happiness, here, in this life? In this nature poem I explore one possible answer. The perspective taken here combines both the joyful and the sorrowful, so that in the end happiness is neither one nor the other. Being happy then depends on creating something new out of suffering and joy, light and darkness, again and again in all situations of life. This is what creates happiness.

Ostern | Easter 2023

Meadow of solace



Sorgen wogen schwer
gebeugt mein Geist
abgeschlagen, auf meine Füße blickend
lief ich im leuchtenden Gras umher
als die Sonne mit ruhigen Händen
die Wipfel der Bäume streifte
fand ich dich
im warmen Licht
strahlend in Orange
du wundervolle Seele
hast du doch
mein Kummer genommen

(c) Njikoha Ebigbo 2023

Worries weighed heavy
my spirit bent
cast off, I looked down at my feet
and walked into the shining grass
as the sun with quiet hands
brushed along the tree tops
I found you
in the warm light
shining in orange
you wonderful soul
you did take my sorrow

Rostbraunes Wiesenvögelchen| Chestnut Heath
(Coenonympha glycerion)


Die Natur ist unsere Urheimat, ein Ort und eine Zeit in der wir zu uns finden – Ruhe, Frieden und Glück! In diesem Naturgedicht spendet die Natur Trost in herausfordernden Zeiten. Dies gelingt durch die geübte Anwendung von Achtsamkeit.

Nature is our primal home, a place and time where we find to ourselves – peace, tranquillity and happiness! In this nature poem, nature provides comfort in challenging times through the practised application of mindfulness.

Ostern | Easter 2023

Spring fire



Die Schlehen brennen lichterloh
helle weiße Flammen
schlängelnd
entlang blattlosen Stängeln und Zweigen
verzehren die Winterstarre
Mein trüber Geist ist entfacht
mit dem Feuer der Wiedergeburt

(c) Njikoha Ebigbo 2023

the sloes are ablaze
bright white flames
lick at leafless stalks and twigs
consuming winter’s torpor
kindling my dampened spirit
with the fire of rebirth

Impressionistic photographs of blossoming sloes usind intentional camera movement and multiexposure techniques | Impressionistische Fotografien von blühenden Schlehen mit Techniken der bewussten Kamerabewegungen und Mehrfachbelichtungen.


Spring is a time to begin anew. In this nature poem the blossoming flowers on bare branches are akin to a fire that burns away everything past that keeps us from a new beginning. Like spring, a new beginning in life is a recurring event. Every moment holds this possibility.

Der Frühling ist eine Zeit des Neubeginns. In diesem Naturgedicht sind die blühenden Blumen auf den kahlen Zweigen wie ein Feuer, das alles Vergangene, welches uns von einem Neubeginn abhält, verbrennt. So wie der Frühling ist auch der Neubeginn im Leben ein wiederkehrendes Ereignis. Jeder Augenblick birgt diese Möglichkeit.

Ostern | Easter 2023

the aconites dance



Eine Sehnsucht in mir
aufsteigend
bewegt dieses bedrückende Grau
wie zurückziehende Wolken
so leuchtet der Horizont auf
entlang eines hellen Streifens
der Hoffnung
lockend

Mit Freude
gebe ich mich ihr hin
der Erleichterung
in mir aufsteigend
und dem Drang zu wissen
mit Gewissheit
was dahinter liegt
und von wem geschaffen

Dort, drüben
ankommend
finde ich mich
im warmen, hellen Sonnenlicht gebadet
all überall
tanzen sie
gelbe Köpfe hell leuchtend
wie sonnengeküsste Tröpfchen
beschwören sie hervor
die Glückseligkeit des Frühlings

Meine Sehnsucht
jetzt bloß ein fernes Echo
weggefegt
sodann werde ich fortgetragen
jenseits des orangenen Sonnenuntergangs
in die tiefblaue Stunde
während die Winterlinge noch tanzen

(c) Njikoha Ebigbo 2023

my yearning lifts
the looming grey
like recoiling clouds
the horizon alight
along a bright line
of hope
beckoning

I yield myself
gladly
to the relief
welling up inside
and to the urge to know
with certainty
what lies beyond
and of whose making

there yonder
I find myself
bathed in warm bright sunlight
all around
bright yellow heads dance
in the guise of sunlit droplets
conjuring
the bliss of spring

my longing now
but a distant echo
swept away
as well-being
washes me over
beyond the orange sun set
into the deep blue hour
whilst the aconites still dance along



This nature poem is one of encouragement, to seek out what life holds for us, to trust even if we can never really know the outcome. These may be the ingredients for a recipe to be happy in this world.

Dieses Naturgedicht ist eine Ermutigung, herauszufinden, was das Leben für uns bereithält, zu vertrauen, auch wenn wir das Ergebnis nie wirklich kennen können. Das können die Zutaten für ein Rezept sein, um in dieser Welt glücklich zu sein.

Ostern | Easter 2023

never ending



wie aus dem nichts
explodiert die Welt
in einem Meer aus Blüten und Blättern
Frühling ist im Anmarsch
der Angriff wohl geplant
kraftvoll mit Hoffnung
die Kälte zurück gedrängt

Stück für Stück
erobern sie Gebiete
nehmen Stellungen ein
treffen aufeinander
dringen ein
halten Widerstand
Pilzgeflecht und Wurzelwerk
eng verwickelt
im Überlebenskampf

über dem weichen Waldboden
regnet es massenhaft ihre Geschosse
sie schlagen ein
als die Gruppen über den Boden rennen
und ihre Spuren der Verwüstung hinterlassen
die Erde umgewälzt
Moos und Pilze liegen in Fetzen
während die Rotte ihre Plünderungen fortsetzt

der Herbst fällt ein
jagt mit Nebel, Wind und Sonne
übers grüne Leben
Die flammenden Bäume
entzündet im letzten Akt des Rückzugs
der Boden übersät mit Bucheckern

als die weiße Fahne
über die weite Landschaft fällt
verstummen alle Laute
und das Geschehene nimmt ein Ende
Gerippe ragen hoch
kahle Köpfe in eisigen Winden
trostlos und kalt liegt die Welt
und ganz allmählich kehrt die Ruhe ein

doch behaarte Knospen
und die baumelnden Glöckchen
verraten es bereits
Vorboten des schlummernden Widerstands
Kein Ende
nur das Leben
immer wieder

(c) Njikoha Ebigbo 2023

as if from nowhere
the world explodes
in a sea of blossoms and leaves
the attack well planned
spring is on its way
powerful with hope
the cold pushed back

inch by inch
they conquer territories
take up positions
engage each other
invade
hold resistance
fungal network and root system
closely entangled
in the struggle for survival

above the soft forest floor
they strike
their projectiles rain down en masse
as the groups run across the ground
leaving their trail of devastation
the earth upturned
mosses and mushrooms lie in tatters
as the rot continues plundering

autumn falls
with mist, wind and sun
over the green life
the flaming trees
ignited in the last act of retreat
the ground littered with beechnut

as the white flag
falls over the vast landscape
all sounds fall silent
and the events come to an end
skeletons rise high
bald heads in icy winds
the world lies desolate and cold
and very gradually calm returns

yet hairy buds
and dangling bells
betray it already
the slumbering resistance
foreboding
no end
only life
again and again


This nature poem ponders upon the ongoing wars on earth by mirroring interactions in nature.

Dieses Naturgedicht denkt über die andauernden Kriege auf der Erde nach, indem es die Interaktionen in der Natur widerspiegelt.


a glow akindled



Wolken westwärts ziehend
die Welt in grau verhüllend
können nicht verbergen
die zarte Berührung des Frühlings
wenn sie in ihren treuen Boten
ein sanftes Leuchten entfacht

(c) Njikoha Ebigbo 2023

Clouds westward bound
the world grey and wet
can not shroud
spring’s subtle touch
as she lights up
her ardent heralds



This nature poem encourages mindfulness when everything is grey and drab. In the subtle perspective of a heightened awareness joy may be found in places least expected.

Dieses Naturgedicht ermutigt zur Achtsamkeit, wenn alles grau und trist ist. In der subtilen Perspektive eines geschärften Bewusstseins kann man Freude an Orten finden, an denen man sie am wenigsten erwartet.


The privilege of my existence



Life is infinite possibilities
constantly playing out
as reality
Life lives itself
as choices made
from possibilities
greater than atoms
in this universe
and I am one
quite improbable pick

My existence is a privilege
unique
as is all that I am a cause of
I am life and reality
and my life does not fade
nor does my existence
being intricately woven
in a multitude of infinite possibilities

(c) Njikoha Ebigbo 2023

Das Leben besteht aus unendlichen Möglichkeiten
die sich ständig
als Wirklichkeit entwickeln
Das Leben lebt sich selbst
als getroffene Entscheidungen
aus Möglichkeiten
größer als die Atome
in diesem Universum
und ich bin eine solche
ziemlich unwahrscheinliche Wahl

Mein Dasein ist ein Privileg
einzigartig
wie alles, was von mir entstammt
Ich bin Leben und Wirklichkeit
weder mein Leben
noch meine Existenz
vergehen
denn ich bin eng verwoben
in ein unendliches Geflecht von Möglichkeiten


This nature poem reflects upon ones existence as an incredible privilege and establishes the notion that our existence then never ends. The essence of this nature poem is to encourage one to indulge fully in life as the meaning of life is what one makes out of the possibilities that are encountered in a life time.

Dieses Naturgedicht reflektiert die eigene Existenz als ein unglaubliches Privileg und geht auf die
Vorstellung ein, dass unsere Existenz dann niemals endet. Die Essenz dieses Naturgedichts ist es, den Menschen zu ermutigen, sich voll und ganz dem Leben hinzugeben, denn der Sinn des Lebens ist das, was man aus den Möglichkeiten macht


Winter Spring



unerwartet
brach die Kälte herein
Bäume hielten fest
an ihren Kleidern
orange-braune Pastellfarben
in einer verblassten Welt
als es regnete
hatten die Winde gedreht
brachten Wärme
weckten die Bienen
und die Wintersonne
hing tief
hielt ihre Wache
über Fichte und Buche
in einem unheimlichen Glühen
von Grün und Orangebraun

(c) Njikoha Ebigbo 2023

unexpectedly
the cold fell in
trees held on
to their dresses
orange-brown pastel
in a faded world
when it rained
the winds had turned
bringing heat
waking bees
and the winter sun
hanging low
kept her watch
on spruce and beech
in an eerie glow
of green and orange brown



This nature poem addresses climate change by describing the recent anomalies occurring in winter in my region.

Dieses Naturgedicht befasst sich mit dem Klimawandel, indem es die jüngsten Anomalien im Winter in meiner Region beschreibt.


Christmas



Sie hat sich nicht versteckt
in dieser weiten trostlosen Welt
Erstarrt mag sie erscheinen
inmitten dieser Unersättlichkeit
meines unablässigen Strebens
Mein Gespür für den Puls der Natur
nur noch stumpfes weißes Rauschen
Bis es dann wieder soweit ist
und ich festgefahren bin
stehend, still verharrend
den Blick wieder hebend
Da kann ich nicht mehr als staunen
denn sie war immer da
leuchtend stille Erscheinung
Wie konnte ich sie nur übersehen?
Die Liebe
Beiwohnend in allem überall
spüre ich sie nun
im einsamen Mehlbeerbaum
und im Tal des schlängelnden Bachs
in den Wäldern der stolzen Buchen
und im kargen Fels des Jurameers
in den fischenden Kormoranen und Eisvögeln
und in mir, der Mensch

(c) Njikoha Ebigbo 2022

It is not hiding
in this vast desolate world
Frozen it may appear
in the midst of all this insatiability
of my ceaseless striving
My sense of nature’s pulse
just a dull white murmur
until it is time again
then I am stuck
standing, remaining still
Lifting my gaze again
I can do no more than marvel
for it has always been there
shining silent appearance
How could I have overseen it?
Love
inhabiting everything everywhere
I feel it now
in the lonely whitebeam
and in the valley of the meandering brook
in the forests of the proud beeches
and in the barren rock of the Jurassic sea
in the fishing cormorants and kingfishers
and in myself, the human being


Dieses Naturgedicht huldigt zu Weihnachten, die Liebe die alles um uns umfasst. Sie ist überall und wohnt verbindend in allen Dingen ein.
_
This nature poem pays homage at Christmas to the love that embraces everything around us. It is everywhere and dwells unitingly in all things.


Home



Hier, bin ich daheim
niemals dort
In Zeiten des Aufruhrs
wenn auf deren stürmischen Wellen
ich überall
herumgeschleudert werde
bin ich immer hier
genau jetzt
niemals dann
Daheim, in mir
Wo auch immer
die Winde der Veränderung
mich tragen mögen
ich bin immer daheim
genau hier und jetzt
jenseits dieser Form
und außerhalb der Zeit
Ich bin endlos
in mir, daheim

(c) Njikoha Ebigbo 2022

My home is here
never there
When the waves of turmoil
toss me about
everywhere
I am always here
just now
never then
in my home within
Wherever
the winds of change
may carry me
I am always home
right here and now
beyond this form
and outside time
I am endless
within my home


Dieses Naturgedicht betrachtet die Existenz eines jeden als ein Ort des Rückzugs, der Stärke und des Friedens. Wenn man bei sich ist, dann ist alles in Ordnung. Es ist ein Zustand des Ursprünglichen, in vollkommener Geborgenheit!
_
This nature poem views our existence as a place of retreat, strength and peace. When one is with oneself, all is well. It is a primordial state in perfect safety!


Freedom of peace



Ich stieß auf eine Welt
wo alle das Gleiche wollten
dieselben Dinge
zur gleichen Zeit

Einige nahmen nach Belieben
und bekamen doch nie genug
Andere teilten
und erwarteten im Gegenzug mehr

Keiner bekam je genug
von irgendetwas
außer von ihren eigenen Kämpfen
wovon sie unersättlich schienen

Über das Getümmel
und jenseits ihrer Qualen
überdauert unbemerkt
ein paralleler Ort der Ruhe
der schon immer da war

Als ich die Welt der Kämpfe
hinter mir ließ
verstand ich
dass das Streben dazu diente
die Freiheit zu finden
in Frieden zu sein

Alles was nötig ist
ist einfache Dankbarkeit
anstelle von Verlangen
denn alles was gegeben wird
gehört einem anderen

(c) Njikoha Ebigbo 2022

I came across a world
where all wanted
the same things
at the same time

Some took at will
yet never got enough
Others shared
and in return expected more

None ever got enough
of anything
except their own struggles
of which they seemed insatiable

Above the turmoil
and beyond their agony
there endured unnoticed
a parallel place of calm

When I left the world of struggles
behind me
then I understood
that strive was to gain
freedom to be at peace

All it would have taken
was simple gratitude
instead of want
for all that is given
belongs to another


Dieses Naturgedicht macht deutlich, dass der Mensch die Wahl hat, Frieden zu schaffen. Das liegt daran, dass der Mensch ein Bewusstsein besitzt, das in der Lage ist, Dankbarkeit zu empfinden, und eine angeborene Fähigkeit hat, Mitgefühl zu zeigen und sich der Zusammenarbeit hinzugeben.

This nature poem establishes that peace is a choice that humankind has. This is because humankind possesses a conciousness that is capable of experiencing gratitude and an innate capacity to show compassion and indulge in cooperation.


Invasion Earth



Sie zogen sich zurück
in die abgelegensten Gebiete
hoch in den rauen Felsen ferner Berge
tief in die verborgenen Herzen dichtester Wälder
weit in die undurchdringlichen Sümpfe einsamer Feuchtgebiete
als ich und die Meinen kamen

Die stummen Schreie
derer die nicht fliehen konnten
hängen in der verbrauchten Luft
über die weite Ödnis
die ich und die Meinen hinterlassen

Das Lebensgeflecht hängt abgenutzt
an kurzen dünnen Fäden
die Maschen weit und schlaff
gleichwohl ich und die Meinen
uns hemmungslos vermehren

Während sie kläglich ausharren
sind ihre Körperteile hochbegehrt
als Delikatessen und Zaubertränke
Und als alle Erden-Speicher nun versiegen
dämmert es ihnen allmählich:
Kamen ich und die Meinen
je um zu bleiben?

© Njikoha Ebigbo 2022

Sie zogen sich zurück
in die abgelegensten Gebiete
als ich und die Meinen kamen
Während sie kläglich ausharren
und alle Erden-Speicher nun versiegen
dämmert es ihnen allmählich
Kamen ich und die Meinen
je um zu bleiben?

Invasion Earth
They pulled back
to the remotest regions
high amongst the rugged rocks of distant mountains
deep into the hidden hearts of dense forests
far into the impenetrable swamps of lonely wetlands
when I and mine came

The silent cries
of those who could not flee
hang in the foul air
across the vast wasteland
that I and mine leave behind

The web of life hangs worn
on short thin threads
the meshes wide and slack
yet I and mine
multiply without restraint

While they miserably endure
their body parts are highly sought after
as delicacies and potions
and as all the earth’s reseerves now run dry
it gradually dawns on them:
Did I and mine
ever come to stay?

© Njikoha Ebigbo 2022


Gefährdete Artenvielfal – Hier am Beispiel der Schmetterlinge die ich aus meinem Umfeld kenne | Endangered biodiversity – here are some examples of butterflies in my region


Himmelblauer Bläuling (Polyommatus bellargus) – gefährdet| endangered
Roter Apollo | apollo (Parnassius apollo) – stark gefährdet | severly endangered
Schwarzer Apollo | clouded apollo (Parnassius mnemosyne) – severly endangered
Roter Scheckenfalter (Melitaea didyma) – stark gefärdet | severly endangered
Bergkronwickenwidderchen (Zygaena fausta) – gefährdet | endangered
Gebänderte Heidelibelle | Banded Darter (Sympetrum pedemontanum) – stark gefährdet | severly endangered
Weißdolchbläuling (Polyommatus damon) – vom Aussterben bedroht |endangered by extinction

Quelle: Rote Liste D (2011)



Simple Calm



die Sonne
gelb erhellend
der Schmetterling
schimmernd blau
dieser Moment
Ruhe verströmend

© Njikoha Ebigbo 2022

the sun
yellow elucidating
the butterfly
shimmering blue
this moment
peace eluding

© Njikoha Ebigbo 2022


Bläulinge


My existence



2067 1

Aus dem Nichts komme ich
in eine Existenz
entfacht durch eine Ur-Sehnsucht
um mich selbst zu erkennen,
denn Wissen und Bewusstsein
kann ich nur gewinnen
durch die Erfahrung selbst

Überwältigt von meiner Existenz
und den Ereignissen denen ich begegne
gebe ich mich
dem Weg des Lernens hin
getragen von der Ebbe und Flut der Zeit

Dankbar für das, was vollbracht ist
und für das, was sich noch entfalten wird
entdecke ich Freude in jedem Augenblick
Niemals nach einem Sinn suchend,
nur die Erfahrungen des Seins
erscheinend, jetzt und hier
in jeder anderen Lebensform

Auf den Pfaden des Lebens
schreite ich, unwissend
jetzt ohne Wissen über meine wahre Natur
während ich in ein veränderliches Netz gesponnen werde
von verwickelten Koexistenzen

Wenn die Zeit sich selbst einholt
der Raum sich zusammen zieht,
wieder singulär ist
dann wird meine Existenz aufhören
und das Nichts erwartet mich
dort werde ich mich aufhalten
bis meine Sehnsucht
noch einmal aufsteigt
um Zeit und Raum zu entfachen
damit meine Existenz
neu beginnen kann

© Njikoha Ebigbo 2022

2066 1

From nothingness I come
into an existence
enkindled by a primal longing
to know myself,
as knowledge and awareness
I can only gain
through the experience itself

Overwhelmed by my existence
and the events I encounter
I yield myself
to this path of learning
carried along
with the ebb and flow of time

Grateful for what is done
and for that which is to unfold
I discover joy in every moment
Never seeking any meaning,
just the experiences of being
emerging, now and here
in every other life form

So, along the paths of life
I tread, unknowing
now oblivious, of my true nature
as I become spun into a fluid web
of intricate co-existences

When time catches upon itself
space recoils, again singular
then my existence will cease
and nothingness awaits
in which I will reside
until my longing
wells up once more
to spark off time and space
for my existence
to begin anew

© Njikoha Ebigbo 2022


Türkenbundlilie| Clouded Apollo (Parnassius mnemosyne) – Stark gefährdet | Highly endangered


Along the path of time



Auf dem Pfad der Zeit

Die Zeit
nagt
an meinen Knochen
zieht
an Haut und Haar
reibt
an all meinen Sinnen
drückt
auf meinen Schultern
und legt sich
dann schwer und still
auf meinem Körper
nieder

Doch mein Körper
ist nur geliehen
Wenn meine Zeit vorüber ist
verbleib dann nur noch ich
und wenn ich diese Worte
jetzt schon begreife
bin ganz bei mir
entfalte mich
auf dem Pfad der Zeit

© Njikoha Ebigbo 2022

Along the path of time

Time
gnaws
at my bones
pulls
at my skin and hair
corrodes
all my senses
weighs down
my shoulders
and then stretches out
heavy and still
over my body

Yet, all my body
was lent to me
When my time is over
only I will remain
And if I can comprehend
these words just now
Then I would be
completely with myself
forever unfolding
along the path of time

© Njikoha Ebigbo 2022

Bilder Pictures; Silber-grüner Bläuling mit zerfledderten Flügeln | Chalkhill Blue butterfly with tattered wings (Polyommatus coridon)


Beautiful but rare



Schön aber selten

Du bist sehr geschätzt
äußerst begehrt
wenn Du nur wüsstest

Hättest du das gewollt
im Rampenlicht zu stehen
als Du wähltest dieses Kleid?

Ohne Farben, nur feinstes Pergament
mit Linien und Kontraste
Schönheit auf den zweiten Blick

Doch Begierde wird geweckt
durch Profanes sehr oft;
Seltenheit und des Menschen Sammeltrieb

Wo Du verweilst wird nun aufgespürt
dort wo Du Rückzug findest
vor uns Menschen Gier nach Raum

Und im Ruhm liegt die Tragik
Zynisch erscheint dann
deine Schönheit

Wärest Du begehrt
wenn Du flattern würdest
in jeder blühenden Wiese?

Doch lass mich Dein Abbild nehmen
es mit diesen Versen zieren
und Dich zum Botschafter machen

© Njikoha Ebigbo 2022

Beautiful but rare

You are quite valued
highly sought after
if you only knew

Would you have wanted
to be in the limelight
when you chose this dress?

Without colours, just of finest parchment
with lines and contrasts
Beauty at second sight

But desire is aroused
by profanity very often;
rarity and human’s urge to collect

Where you dwell has long been discovered
there where you find retreat
from human’s greed for space

And in fame lies tragedy
your beauty now
appears cynical

Would you be desired
if you were to flutter
in every flowering meadow?

But let me take your portrait
adorn it with these verses
and make you an ambassador

© Njikoha Ebigbo 2022


Schwarzer Apollo| Clouded Apollo (Parnassius mnemosyne) – Stark gefährdet | Highly endangered


Life’s meaning



Des Lebens Sinn

Die Eintagsfliegen im schlichten Kleid
aus reinen Gewässern aufgetaucht
Ihren Hochzeitstanz vollführend
in sonnig klarer heller Luft

Ein Paar Vorderbeine lang gestreckt
bieten halt im wirbeligen Fluge
wenn sie tanzen auf und ab
auf wendigen Flügeln
und mit Fallschirmen
aus langen dünnen Fäden

Kein Mund zum Füttern
und ein Magen voller Luft
denn ihr Leben wird geführt
einzig zur ihrer Vereinigung

Wenn es dann vollbracht
sie mühevoll ins Wasser setzt
ihre kostbare Frucht
und mit dem schwindenden Licht
ihr Leben so dann verebbt
während Fische ihre Körper pflücken
von der sich verdunkelnden Oberfläche

© Njikoha Ebigbo 2022

Life’s meaning

The mayflies clad in simple dress
emerge from waters clean
to fly their nuptial dance
in sunny clear bright air

His forelegs long
for holding on
in aerial twirls
they dance
up and down
on nimble wings
attached to parachutes
of long thin threads

No mouth to feed
just air-filled guts
as life is lived
solely for their union

When all is done
their precious fruit
she arduously puts to water
and with the fading light
their lives then ebb away
as fishes pluck their bodies
off the darkening surface

© Njikoha Ebigbo 2022


Eintagsfliege| Mayfly (Ephemera danica)


The patina of life



Des Lebens Patina

Dieser Blattkäfer
schillernd in Blau
in Juwelen
von Tau umhüllt
trägt die Spuren
des Lebens
wie ich auch
und ist schöner
den je zuvor
mit seinen Flügeldecken
verletzt, vernarbt
wie ich auch

Es ist die Patina
des Lebens
von Schicksals Hand
gestaltet und geformt
Eine Schönheit
jenen Augen vorbehalten
die des Lebens
Geheimnis kennen
schlicht und einfach
wie es ist
dieses Leben
anzunehmen

Und das Glück
ist die Erfahrung
des Lebens selbst
verborgen und doch
in jeden Augenblick
erreichbar
durch Akzeptanz
und Dankbarkeit

Krankheit, Alter
jede Hinderung
jene Schicksals Werkzeuge
bringen hervor
dieses verborgene
Glück des Lebens

© Njikoha Ebigbo 2022

The patina of life

This leaf beetle
iridescent in blue
wrapped in jewels of dew
bears the traces of life
just like me
and is more beautiful
than ever before
with its wing covers
wounded, scarred
just like me

It is the patina of life
shaped and formed
by fate’s own hand
A beauty
reserved for those to see
who know life’s secret
plain and simple
as it is
to accept
this life

And happiness
is the experience
of life itself
hidden and yet
within reach
every moment
by acceptance
and gratitude

Illness, age
every handicap
these tools of fate
bring forth
this hidden
happiness of life

© Njikoha Ebigbo 2022


Grünader Weißling| Green-veined White (Pieris napi)


Green Immersion



Grün

Farbenfroh der Herbst
Sonnig gelb der Sommer
Blauweiß der Winter
Und der Frühling – grün
Und ich tauche in das Grün
Hoffnung sickert ein
Werde schwer
Ruhe
Sinke sanft hinab
in dieses Bad des Glücks

Green

colourful autumn
sunny yellow summer
blue-white winter
but spring is green
and I immerse myself
in this green
hope seeps in
heaviness
calm
sinking gently down
into this bath of joy

© Njikoha Ebigbo 2022


Grünader Weißling| Green-veined White (Pieris napi)


Humankind – a force of nature



Der Naturgewalt Mensch

Der Mensch spricht von der Natur
getrennt von sich
So geht er in die Natur spazieren
will sie erleben und entdecken
Lässt sich von ihr inspirieren
will sie schützen, sie erhalten
Will bestimmen was erlaubt und was verboten
Er spricht von Naturgesetzen
und stellt Regeln auf
Will sie verstehen
und lässt nur zu was er beweisen kann
Es ist eine Haltung irrsinnigem Größenwahns
Der Mensch klein und flüchtig in seiner Existenz
sieht sich getrennt von der Natur:
Ich und die Natur
Ist er nicht Teil der Natur?
Fein eingeflochten im Netz des Lebens
Unzertrennlich
Der Mensch ist eine Naturgewalt
Und so wie der Sturm
scheinbar plötzlich in Erscheinung tritt
sein Werk in einem gewaltigen Spektakel vollbringt
nur um dann genauso schnell abzuebben
und neue Bedingungen hinterlässt
für die Fortschreitung des Lebens
So vollbringt der Mensch sein Werk
Nicht getrennt von der Natur
sondern stets im vollen Einklang mit ihr
als Naturgewalt
Und das Leben entfaltet sich
auf die übliche Weise
stets zufällig und doch bestimmt

© Njikoha Ebigbo 2022

Humankind – a force of nature

Humans speak of nature
separate from themselves
So they go for a walk in nature
want to experience and discover it
Let themselves be inspired by it
want to protect it, to preserve it
Want to determine what is allowed and what is forbidden
They speak of the laws of nature
and establishes rules
Want to understand it
and only allow what they can prove
It is an attitude of insane megalomania
Humans, small and fleeting in their existence
see themselves separated from nature:
I and nature
Are they not part of nature?
Finely interwoven in the web of life
Inseparable
Humans are a force of nature
And just as the storm
seems to appear suddenly
performs its work in a mighty spectacle
only to die down just as quickly
and leaves new conditions
for the progression of life
So do humans accomplish their work
Not separate from nature
but always in full harmony with it
as a force of nature
And life unfolds
in the usual way
always random and yet determined

© Njikoha Ebigbo 2022


Flechten besiedeln ein abgestelltes Schiff | Lichens colonising an abondoned ship


Into the light


Hohler Lerchensporn| Hollowroot (Corydalis cava)

Ins Light

In meinen dunkelsten Zeiten
als ich die lautlose Brise
des an mir vorbeiziehenden Todes spürte
und die Angst, das Leben zu verlieren
mir enge Gesellschaft leistete
sehnte ich mich nach dem erlösendem Licht

Die Dunkelheit wog schwer
je mehr ich mich sehnte,
verdichtete sie sich, bis zur Verzweiflung
und ich verlor mich ganz
im Nichts
die Angst zurück lassend

Im Angesicht der Leere
erkenne ich
die Essenz der Natur
Dunkelheit
und Licht
keines geht ohne das andere

Ich habe nichts zu befürchten
denn die Dunkelheit führt zum Licht
noch brauche ich mich zu sehnen
denn das Licht ist einfach
nur auf der anderen Seite der Dunkelheit


Into the light

In my darkest times
when I felt
the soundless breeze of death
passing by me
and the fear
of losing life
kept close company
I yearned
for relieving light

Darkness weighed heavily
the more I longed
thickening,
into despair
until I lost myself
entirely
into nothingness
leaving fear behind
without a hold on me

In the face of emptiness
I realise nature’s essence
darkness
and light
none goes without the other

I have nothing to fear
as darkness leads to light
nor do I have to yearn
for light is always
just
at the other side of darkness

© Njikoha Ebigbo 2022


Winter is astray



Hohler Lerchensporn| Hollowroot (Corydalis cava)

Der Winter hat sich verirrt

Manchmal verirrt sich der Winter,
kehrt zurück,
wenn die ersten Knosen aufbrechen,
wie auf der Suche
nach etwas Zurückgelassenem
Unter der Schleppe seines schneeweißen Gewands
bleicht er die grüne Landschaft aus
und dämpft die knospenden Farben des Frühlings

Und obwohl der Zweck dieser Geschehnisse
sich meinem Verständnis entzieht
fühle ich eine Andeutung eines größeren Schemas
denn nur Akzeptanz, nicht Beschwerde
begleitet diese wiederkehrende Präsenz
Das Muster, das so gewebt,
ist eines des ständigen Wandels
und ergibt ein Gewebe von unendlicher Vielfalt
schimmernd mit unzähligen Möglichkeiten
In diesem Moment der Wertschätzung erkenne ich:
die Rückckehr des Winters
ist nur ein flüchtiger Blick auf das lebendige Gewebe

© Njikoha Ebigbo 2022

Winter is astray

Sometimes winter wanders astray
returning when the first buds break open
as if in search of some left behind
bleaching out the greened landscape
stifling the budding colours of spring
underneath a trailing snow white gown

And although the purpose of these events
is beyond my grasp
there is an inkling of a greater scheme
for only acceptance not complaint
accompanies this returning presence
The pattern thus being woven
is one of constant change
yielding a fabric of infinite diversity
shimmering with uncountless possibilities
In this moment of appreciation
I realise that winter’s return
is just a glimpse of nature’s vibrant weaving

This spring is blue and yellow



Dieser Frühling ist blau und gelb

Den schmalen Pfad hinab, hüpfend
Über entblößte Wurzeln und Gestein
ein reines Herz
vor Vergnügen lacht
mit zarten Berührungen
den Frühlingsvorboten begrüßt

Unter blauem Himmel erschienen
im goldenen Licht der Sonne
die edlen Abgesandten des Frühlings
Blau getupft auf gelb erstrahltem Blattstreu
lächeln sie ihr entgegen
Köpfe sanft wiegend
„Dieser Frühling ist blau und gelb,
und du bist frei“

© Njikoha Ebigbo 2022

This spring is blue and yellow

Down the narrow path
Over exposed roots and rocks
a pure heart skips
laughs with pleasure
as she welcomes with casual touches
tender and sincere
the heralds of spring

Under blue skies appeared
in golden sunlight
Blue specks on yellow radiant leaf litter
they smile at her
heads gently swaying
„This spring is blue and yellow
and you are free“

© Njikoha Ebigbo 2022


Leberblümchen| Liverleaf (Hepatica nobilis)


Spring bears hope



Der Frühling trägt Hoffnung

So ungläubig ich auch sein mag
im Angesicht dieser Verwüstung
weiß ich, du wirst dich durchsetzen
aus dieser winterlichen Verödung

Ich sehe eure Köpfe sich aufrichten
hellblaue Tupfer der Hoffnung
durch die gebräunten Blätter
des letzten Herbstes
zur vollen Blüte erhebend
vor gelber Frühlingskulisse
der heller werdenden Sonne entgegen

Diese zerbrechliche Harmonie,
auf zarten Stängeln aufrecht erhaltend
bestückt mit dem Willen der Natur
zu überdauern
als freie und schöne Wesen

© Njikoha Ebigbo 2022

Spring bears hope

Unbelieving as I may seem
in the face of this depredation
I know that you will push through
this winter‘s desolation

I see your heads uprising
bright blue specks of hope
through the browned leaves of last fall
reaching up to full bloom
against the yellow backdrop
of spring‘s brightening sun

This fragile harmony,
upheld on delicate stalks
endowed with nature‘s will to endure
as free and beautiful beings

© Njikoha Ebigbo 2022


Leberblümchen| Liverleaf (Hepatica nobilis)


Buds of spring



Knospen des Frühlings

Der Morgen ist jetzt blau
wenn die Amseln singen
in mannigfaltigen, süßen Strophen
Die Luft vibriert
voll mit dem Versprechen von Leben
Weckt meine Sinne aus dem Winterschlaf
Beharrlich, dass ich nicht verzichte
auf die vielen leisen Vorboten des Frühlings

Wie viele Male zuvor
war ich in der Einsamkeit des Winters verloren –
trostloser Geist, kahle, verdorrte Welt
Dennoch,
das Leben selbst ist mein Ziel
Ich erhebe mich,
verlasse dieses träge Dasein
auf der Suche nach dem nahenden Frühling

Braune Blätter mit Eis bedeckt
knirschen unter meinen Schritten
wenn ich durch die kahlgeschorenen Wälder streife
Über dem Waldboden streichen
schlanke Finger des Lichts
um auf kleinen tanzenden Blüten zu ruhen
gelbe Köpfe mit grünen Röcken
wiegen sich
im noch leisen Rhythmus des Frühlings

Buds of spring

Morning turns blue
whilst blackbirds speak
in tongues manifold and sweet
That vibrant air
full with the promise of life
wakes my hibernating senses
insisting that I may not forego
spring’s many quiet heralds

How many times before
was I lost in winter’s solitude –
desolate mind, bare withered world
Regardless,
life itself is my purpose
I heave myself up,
leave this wintery bedding
in search of spring’s budding presence

Browned leaves crisp with ice
crunch under my footsteps
as I roam the shaven forests
slender fingers of light crawl
across the forest litter
to rest upon little dancing florets
yellow heads with green skirts swaying
to spring’s yet feeble rhythm


Winterlinge | Winter Aconite (Eranthis hyemalis)


A winter for the soul


Gewöhnliche Waldrebe | Traveller’s joy (Clematis vitalba)

Ein Winter für die Seele

Die langen Schatten des Tages
immerzu verschwimmend
im bleichen Schleier des Nebels
Die Welt vor mir liegend
verdorrend braun
verblassend fad
Ein Motiv verzweifelnd suchend
Kein gelb des Winterlings
aus dem Schnee sich schiebt
Nur die flinken Meisen
mit Gesang und Flügelschwirren
an der Samenvielfalt erfreut

Des Sommers Grün vergessend
beschließe ich mein Glück
im Augenblick zu suchen
Als dann, im blassen Schatten der Kälte
der blaue Schimmer zart liegend
Dagegen nun betrachtet
zauberhaft erhebend
ein verstecktes Wintermotiv
An verdorrten Ranken
der wilden Clematis hängend
weiß gefiederte Samengruppen
mit sanft geschwungene Linien
Das Abbild nehmend
zur Erkenntnis kommend
Der Winter klärt den Blick
und macht die Seele frei


A winter for the soul

The long shadows of the day
are constantly blurred
by a pale misty veil
The world lies before me
withering brown
fading bland
In desperate search
for a motif worth showing
not a single yellow cup
of the winter aconite
emerges above the snow
Only the nimble titmice
with song and wings abuzz
delighted by seeds abound

Forgetting the green of summer
I decide to seek my joy
in that moment existing
Then, in the pale shadow of the cold
a blue shimmer lies softly
Against which
it enchantingly appears
a hidden winter motif
On withered vines
of wild clematis
white feathered seeds
in clusters
with gently curving lines
As the photograph is finally taken
I come to realise
that winter clears my view
and frees my soul anew

© Njikoha Ebigbo 2022


A fracture and life finds its way
Ein Riss – und das Leben findet seinen Weg


Ein zartes Blümchen mit blauen Blüten, das vor einem verschwommenen, hellen Hintergrund steht.
Violette Blumen mit gelbem Hintergrund, weichgezeichnete Bokeh-Effekte.

die Hitze der Sonne
hängt still in der Luft
und rufende Grillen
bringen das Land zum Schweigen
lassen uns bei uns selbst

der Schlaf entgleitet
unserem Griff
und die Nacht presst
Erinnerungen und Gedanken
aus den Tiefen
unserer erdachten Gedanken

wir erwachen
vom Drängen des Tageslichts
und die Welt dringt
in unsere Stille ein
während unsere Träume
in sich selbst zurückfallen

ein Riss zieht sich
durch den glatten Alabaster
der Vase des Glaubens
aus Wünschen geformt

das Leben
sickert hindurch

(c) Njikoha Ebigbo 2026

the sun’s heat
is suspended in mid air
and the calling crickets
silence the land
leaving us to ourselves

sleep slips
from our grasp
and the night squeezes
memories and thoughts
from the depths of our
invented minds

we awake
to daylight‘s prodding
and the world invades our quiet
as our dreams fall back
into themselves

a crack runs along
the smooth alabaster
vase of belief
crafted from wishes

life oozes through

And so reality begins.
So beginnt Wirklichkeit.


We let time mean more than it does
Wir lassen Zeit mehr Bedeutung, als sie hat


Ein Graureiher steht auf einer frostigen Fläche, umgeben von verschwommenen Schilfpflanzen.
Ein Graureiher steht auf einer hellen Oberfläche, möglicherweise gefrorenem Wasser oder Nebel, mit einem schemenhaften Hintergrund.

Zeit ist ein Samen
der in Existenz explodiert
Sich in sich selbst ausdehnt
Anfang im Ende gespiegelt

Zeit ist ein Gewebe
In das hinein und aus dem heraus
sich Raum entfaltet
Schicht um Schicht, auf sich selbst gelegt

Zeit ist frei
Schließt, um zu öffnen
Alle Möglichkeiten
Unbeschränkt

Zeit ist eine Kraft
Die bewegt und formt
Ohne Zweck
In jeder Begegnung

Zeit ist ein Weben
Zöpfe eitler Schicksale
Aus Fäden von Entscheidungen
Getroffen oder gelassen

Zeit ist eine Spiegelung
Eine Intuition
Von Präsenz
Die keine Existenz erbittet

Zeit ist eine Vorspiegelung
Nicht zu übertreffen
Wenn Erfahrung und Unvollkommenheit zählen
Übertrifft der Betrüger sich selbst

Doch mir ist die Präsenz
Ich mag keine Macht haben
Und doch ist mein Leben gegeben, anderes Leben zu öffnen
Wenn ich keinen Grund habe außer dem Dasein
Dann liegt Macht jenseits der Erwartung
Zeit ist nur ein Werkzeug

(c) Njikoha Ebigbo 2026

Time is a seed
that explodes into existence
Expanding into itself
Beginning mirrored into end

Time is a fabric
Into and from
Which space unfolds
Beyond and upon

Time is free
Closing to open
All possibilities
Unbounded

Time is a force
That moves and sculpts
Without cause
In all encounters

Time is a weaving
Braids of vain destinies
From strands of choices
Taken or left

Time is a reflection
An intuition
Of the presence
That begs no existence

Time is a pretence
Not to be outdone
When experience and Imperfection matter
The impostor out does itself

But mine is the presence
I may have no power
Yet my life is given to open another
When I have no cause but existence
Then power lies beyond expectation
Time is but a tool

What remains when it doesn’t.
Was bleibt, wenn es das nicht tut.


Colour was made for winter
Farbe wurde für den Winter
erschaffen


Ein Eisvogel sitzt auf einem Stängel zwischen hohen, trockenen Gräsern in einem hellen, fast weißen Hintergrund.

Farbe wurde für den Winter erschaffen
Hoffnung für das Unglück
Gelassenheit für das Leiden
Liebe für diese Welt
Frieden wird verdient

(c) Njikoha Ebigbo 2026

Colour was made for winter
Hope for calamity
Serenity for tribulation
Love for this world
Peace is earned

Stillness does not mean emptiness.
What did this moment invoke in you?


Amidst the dust of light and flowers


Ich will leben
so wie ich
es im Schmetterling sehe
der seiner Bestimmung folgt
ohne zu suchen oder zu zweifeln
in unumstößlicher Gewissheit
so dass ich am Ende nichts habe
worüber ich enttäuscht sein muss
denn alles, was ich getan habe
war alles, was ich jemals zu tun hatte
und ich war immer da
wo ich sein musste
genau wie der Schmetterling
dort wo seine Bestimmung ist
inmitten des Staubes
von Licht und Blumen

(c) Njikoha Ebigbo 2025

I want to live
like I see it
in the butterfly
following purpose
without search
or doubt
in unquestioned certainty
that in the end
I will have nothing
to be disillusioned about
for all I did was all
I ever had to do
and I was always there
where I had to be
just like the butterfly
in its place of purpose
amidst the dust
of light and flowers

Silber-grüner Bläuling| Chalkhill blue (Lysandra coridon)

Schachbrettfalter | Marbled white (Melanargia galathea)

Großes Ochsenauge| Meadow brown (Maniola jurtina)

Wir verbringen so viel Zeit damit, uns über den Sinn unseres Lebens und unsere Bestimmung Gedanken zu machen. Manchmal frage ich mich, ob es nicht viel einfacher ist, als wir denken. Es könnte so einfach sein wie für einen Schmetterling!

We spend so much time wondering about the meaning of our lives and our purpose . Sometimes I ask myself if it isn’t much simpler than we think. It could be as easy as it is for a butterfly!


Wie erlebst du den Frühling? Ich freue mich deine Gedanke zu erfahren! | How do you exprience spring? I look forward to reading your thoughts!

Life’s embrace


In der Zeit der Wiesen
überwältigt mich die Ruhe, ganz leise
Selbst in den schwierigsten Zeiten
Wenn ich aufhöre zu kämpfen
Und ich den Schritt wage
Über den Rand der Gewissheit zu treten
Dort falle ich in die Umarmung des Lebens

(c) Njikoha Ebigbo 2025

During the time of the meadows
Quietly, calmness overwhelms me
Even in the most trying of times
When I cease to struggle
And I dare to step
Over the edge of certainty
There I fall into life‘s embrace

Helm-Knabenkraut | Military orchid (Orchis militaris)

Purpur-Knabenkraut | Lady orchid (Orchis purpurea)

Loslassen und gelassen sein – das klingt einfach, oder? In der Realität ist es jedoch manchmal schwer, das umzusetzen. Ein erster Schritt könnte darin bestehen, den Kampf gegen die Umstände und die dadurch hervorgerufenen Emotionen einzustellen. Wie wäre es, wenn wir uns ins ungewisse Umfeld des Vertrauens wagen?

Sounds easy, doesn’t it? Just to let go and keep calm. But in reality, it’s not that easy to do. One thing you could try is to stop fighting against the circumstances and the emotions they cause by venturing into the unknown world of trust.


Wie erlebst du den Frühling? Ich freue mich deine Gedanke zu erfahren! | How do you exprience spring? I look forward to reading your thoughts!

A love song of spring: poetry and inspiration


Ich weiß nicht, woher
der Frühling kommt
er muss aus einem Land kommen
wo ihre Tänze Leichtheit sind
dort sind ihre Lieder Hoffnung
und ihre Berührung erweckt das Leben

Aber bevor er weg ist
hätte ich mich verliebt
und ihm Gesellschaft geleistet
bis er fertig ist

Ich werde nicht wissen, wann er geht
er wird keinen Abschied nehmen
aber sein Porträt wird gemalt werden
wohin ich auch gehe
seine Stimme wird weiter getragen
im Gesang der Vögel
sein Duft wird verweilen
über der blühenden Wiese
mein Herz wird leicht sein
und voller Leben und Hoffnung

(c) Njikoha Ebigbo 2025

I don’t know where
spring comes from
she must be from a land
where their dance is light
their songs are hope
and their touch is life

But before she‘s gone
I’d have fallen in love
and kept her company
until she is done

I won’t know when she goes
she’ll take no leave
but her portrait will be painted
wherever I go
her voice will carry on
in the song of birds
her scent will linger
over the blooming meadow
my heart will be light
and full of life and hope

Sumpfgladiole | Sword Lily (Gladiolus palustris) auf den Balearen (Mallorca) | on the balearic island of Mallorca

Die Sehnsucht und die Freude auf den Frühling sind groß. Doch wer nicht aufpasst, verpasst schnell das Schönste. So schnell ist er vorbei.

The longing and joy for spring are great. But if you’re not careful, you’ll quickly miss out on the best part. It’s over that quickly.


Wie erlebst du den Frühling? Ich freue mich deine Gedanke zu erfahren! | How do you exprience spring? I look forward to reading your thoughts!

From Suffering to Joy: Easter’s Poetic Journey


wieder ist es
eine zarte Blüte
die, die Fesseln
von Angst und Verzweiflung
zerbricht
als sie den Ruf
der wiederkehrenden Sonne folgt
ich werde alle Qualen ertragen
denn die Geburt
der Befreiung
ist schmerzvoll
und mit dem Tod
meiner Leiden
ist die Essenz erfüllt
und es bleibt
grenzenlose Freude

(c) Njikoha Ebigbo 2025

once again
a gentle blossom
breaks the bonds
of fear and despair
as she answers the call
of the returning sun
I will endure all torment
as the birth
of liberation
is agony
and with the death
of my sufferings
the essence is fulfilled
and boundless joy remains

Wespenragwurz | Sawfly orchid (Ophrys tenthredinifera) auf den Balearen (Mallorca) | on the balearic island of Mallorca

Kleine Spinnenragwurz | Subspecies of the early spider orchid (Ophrys araneola)

Jedes Leid birgt das Versprechen einer Befreiung und die Erfahrung großer Freude.

Every suffering holds the promise of liberation and the experience of great joy.


Was denkst du darüber? Ich würde mich über einen Kommentar freuen. Vielen Dank! | What are your thoughts? Feel free to leave a comment below. Thank you!

winter fades


Winter verblasst
zu einer Erinnerung
ein Traum der Vergangenheit
das weißgewaschen Tuch
auf der das Versprechen
von Farbe wahr sein wird

(c) Njikoha Ebigbo 2025

Winter soon
fades away
into a memory
dream of the past
the white washed canvas
upon which the promise
of colour shall be true

Irgendwann ist auch der kälteste Winter vorbei und wir sind auf den Frühling vorbereitet.

At some point, even the coldest winter will be over and we will be ready for spring.


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Finding Light: A Christmas Reflection


Das Jahr kommt langsam zur Ruhe
So auch wir
Zumindest zu Weihnachten
Während wir unser inneres Licht finden
Beginnen wir wieder an sie zu glauben
Die Wünsche nach Frieden und Liebe
Wenn auch nur für diese Nacht
Können wir unsere Wünsche
Wahr werden lassen
Und vielleicht im Morgengrauen
Wir die Welt neu geboren

(c) Njikoha Ebigbo 2024

The year winds down
So do we
At least at Christmas
As we find our light within
We begin to believe again
The wishes of peace and love
If only for this night
We can allow our wishes
To be true
And perhaps at dawn
The world is born anew

Die größten Geschenke, die wir uns selbst machen können, sind Frieden und Liebe. Es hat sich als schwierig erwiesen, uns dies zu schenken. Wir sollten es weiter versuchen, das ist es wert.

The greatest gifts we can give ourselves are peace and love. Giving ourselves these has proved elusive. We should keep trying, it is worth it.


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equality in being


Existence is a privilege
be it dust, sand or rock,
microbe, fungus or plant
insect, bird or ape
none is more precious than another
not even those beings
endowed with consciousness
and certainly not me
for the sun shines on all
and rain falls where it falls
nothing is just
as it happens
and everything is equal
in being

(c) Njikoha Ebigbo 2024

Das Dasein ist ein Privileg
sei es Staub, Sand oder Fels,
Mikrobe, Pilz oder Pflanze
Insekt, Vogel oder Affe
keines ist wertvoller als das andere
nicht einmal jene Wesen
die mit Bewusstsein ausgestattet sind
und schon gar nicht ich
denn die Sonne scheint auf alle
und Regen fällt, wo er fällt
nichts ist gerecht
denn es geschieht einfach
und alles ist gleich
im Dasein

Roter Apollo Falter | Apollo Butterfly (Parnassius apollo)

Gleichheit oder Gerechtigtkeit? Was ist die Natur? Dieses Naturgedicht nimmt die Perspektive ein, dass alles im Dasein gleich ist.

Equality or justice? What is nature? This nature poem takes the perspective that everything in existence is equal.


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