the aconites dance



Eine Sehnsucht in mir
aufsteigend
bewegt dieses bedrückende Grau
wie zurückziehende Wolken
so leuchtet der Horizont auf
entlang eines hellen Streifens
der Hoffnung
lockend

Mit Freude
gebe ich mich ihr hin
der Erleichterung
in mir aufsteigend
und dem Drang zu wissen
mit Gewissheit
was dahinter liegt
und von wem geschaffen

Dort, drüben
ankommend
finde ich mich
im warmen, hellen Sonnenlicht gebadet
all überall
tanzen sie
gelbe Köpfe hell leuchtend
wie sonnengeküsste Tröpfchen
beschwören sie hervor
die Glückseligkeit des Frühlings

Meine Sehnsucht
jetzt bloß ein fernes Echo
weggefegt
sodann werde ich fortgetragen
jenseits des orangenen Sonnenuntergangs
in die tiefblaue Stunde
während die Winterlinge noch tanzen

(c) Njikoha Ebigbo 2023

my yearning lifts
the looming grey
like recoiling clouds
the horizon alight
along a bright line
of hope
beckoning

I yield myself
gladly
to the relief
welling up inside
and to the urge to know
with certainty
what lies beyond
and of whose making

there yonder
I find myself
bathed in warm bright sunlight
all around
bright yellow heads dance
in the guise of sunlit droplets
conjuring
the bliss of spring

my longing now
but a distant echo
swept away
as well-being
washes me over
beyond the orange sun set
into the deep blue hour
whilst the aconites still dance along



This nature poem is one of encouragement, to seek out what life holds for us, to trust even if we can never really know the outcome. These may be the ingredients for a recipe to be happy in this world.

Dieses Naturgedicht ist eine Ermutigung, herauszufinden, was das Leben für uns bereithält, zu vertrauen, auch wenn wir das Ergebnis nie wirklich kennen können. Das können die Zutaten für ein Rezept sein, um in dieser Welt glücklich zu sein.

Ostern | Easter 2023

never ending



wie aus dem nichts
explodiert die Welt
in einem Meer aus Blüten und Blättern
Frühling ist im Anmarsch
der Angriff wohl geplant
kraftvoll mit Hoffnung
die Kälte zurück gedrängt

Stück für Stück
erobern sie Gebiete
nehmen Stellungen ein
treffen aufeinander
dringen ein
halten Widerstand
Pilzgeflecht und Wurzelwerk
eng verwickelt
im Überlebenskampf

über dem weichen Waldboden
regnet es massenhaft ihre Geschosse
sie schlagen ein
als die Gruppen über den Boden rennen
und ihre Spuren der Verwüstung hinterlassen
die Erde umgewälzt
Moos und Pilze liegen in Fetzen
während die Rotte ihre Plünderungen fortsetzt

der Herbst fällt ein
jagt mit Nebel, Wind und Sonne
übers grüne Leben
Die flammenden Bäume
entzündet im letzten Akt des Rückzugs
der Boden übersät mit Bucheckern

als die weiße Fahne
über die weite Landschaft fällt
verstummen alle Laute
und das Geschehene nimmt ein Ende
Gerippe ragen hoch
kahle Köpfe in eisigen Winden
trostlos und kalt liegt die Welt
und ganz allmählich kehrt die Ruhe ein

doch behaarte Knospen
und die baumelnden Glöckchen
verraten es bereits
Vorboten des schlummernden Widerstands
Kein Ende
nur das Leben
immer wieder

(c) Njikoha Ebigbo 2023

as if from nowhere
the world explodes
in a sea of blossoms and leaves
the attack well planned
spring is on its way
powerful with hope
the cold pushed back

inch by inch
they conquer territories
take up positions
engage each other
invade
hold resistance
fungal network and root system
closely entangled
in the struggle for survival

above the soft forest floor
they strike
their projectiles rain down en masse
as the groups run across the ground
leaving their trail of devastation
the earth upturned
mosses and mushrooms lie in tatters
as the rot continues plundering

autumn falls
with mist, wind and sun
over the green life
the flaming trees
ignited in the last act of retreat
the ground littered with beechnut

as the white flag
falls over the vast landscape
all sounds fall silent
and the events come to an end
skeletons rise high
bald heads in icy winds
the world lies desolate and cold
and very gradually calm returns

yet hairy buds
and dangling bells
betray it already
the slumbering resistance
foreboding
no end
only life
again and again


This nature poem ponders upon the ongoing wars on earth by mirroring interactions in nature.

Dieses Naturgedicht denkt über die andauernden Kriege auf der Erde nach, indem es die Interaktionen in der Natur widerspiegelt.


a glow akindled



Wolken westwärts ziehend
die Welt in grau verhüllend
können nicht verbergen
die zarte Berührung des Frühlings
wenn sie in ihren treuen Boten
ein sanftes Leuchten entfacht

(c) Njikoha Ebigbo 2023

Clouds westward bound
the world grey and wet
can not shroud
spring’s subtle touch
as she lights up
her ardent heralds



This nature poem encourages mindfulness when everything is grey and drab. In the subtle perspective of a heightened awareness joy may be found in places least expected.

Dieses Naturgedicht ermutigt zur Achtsamkeit, wenn alles grau und trist ist. In der subtilen Perspektive eines geschärften Bewusstseins kann man Freude an Orten finden, an denen man sie am wenigsten erwartet.


The privilege of my existence



Life is infinite possibilities
constantly playing out
as reality
Life lives itself
as choices made
from possibilities
greater than atoms
in this universe
and I am one
quite improbable pick

My existence is a privilege
unique
as is all that I am a cause of
I am life and reality
and my life does not fade
nor does my existence
being intricately woven
in a multitude of infinite possibilities

(c) Njikoha Ebigbo 2023

Das Leben besteht aus unendlichen Möglichkeiten
die sich ständig
als Wirklichkeit entwickeln
Das Leben lebt sich selbst
als getroffene Entscheidungen
aus Möglichkeiten
größer als die Atome
in diesem Universum
und ich bin eine solche
ziemlich unwahrscheinliche Wahl

Mein Dasein ist ein Privileg
einzigartig
wie alles, was von mir entstammt
Ich bin Leben und Wirklichkeit
weder mein Leben
noch meine Existenz
vergehen
denn ich bin eng verwoben
in ein unendliches Geflecht von Möglichkeiten


This nature poem reflects upon ones existence as an incredible privilege and establishes the notion that our existence then never ends. The essence of this nature poem is to encourage one to indulge fully in life as the meaning of life is what one makes out of the possibilities that are encountered in a life time.

Dieses Naturgedicht reflektiert die eigene Existenz als ein unglaubliches Privileg und geht auf die
Vorstellung ein, dass unsere Existenz dann niemals endet. Die Essenz dieses Naturgedichts ist es, den Menschen zu ermutigen, sich voll und ganz dem Leben hinzugeben, denn der Sinn des Lebens ist das, was man aus den Möglichkeiten macht


Winter Spring



unerwartet
brach die Kälte herein
Bäume hielten fest
an ihren Kleidern
orange-braune Pastellfarben
in einer verblassten Welt
als es regnete
hatten die Winde gedreht
brachten Wärme
weckten die Bienen
und die Wintersonne
hing tief
hielt ihre Wache
über Fichte und Buche
in einem unheimlichen Glühen
von Grün und Orangebraun

(c) Njikoha Ebigbo 2023

unexpectedly
the cold fell in
trees held on
to their dresses
orange-brown pastel
in a faded world
when it rained
the winds had turned
bringing heat
waking bees
and the winter sun
hanging low
kept her watch
on spruce and beech
in an eerie glow
of green and orange brown



This nature poem addresses climate change by describing the recent anomalies occurring in winter in my region.

Dieses Naturgedicht befasst sich mit dem Klimawandel, indem es die jüngsten Anomalien im Winter in meiner Region beschreibt.


Christmas



Sie hat sich nicht versteckt
in dieser weiten trostlosen Welt
Erstarrt mag sie erscheinen
inmitten dieser Unersättlichkeit
meines unablässigen Strebens
Mein Gespür für den Puls der Natur
nur noch stumpfes weißes Rauschen
Bis es dann wieder soweit ist
und ich festgefahren bin
stehend, still verharrend
den Blick wieder hebend
Da kann ich nicht mehr als staunen
denn sie war immer da
leuchtend stille Erscheinung
Wie konnte ich sie nur übersehen?
Die Liebe
Beiwohnend in allem überall
spüre ich sie nun
im einsamen Mehlbeerbaum
und im Tal des schlängelnden Bachs
in den Wäldern der stolzen Buchen
und im kargen Fels des Jurameers
in den fischenden Kormoranen und Eisvögeln
und in mir, der Mensch

(c) Njikoha Ebigbo 2022

It is not hiding
in this vast desolate world
Frozen it may appear
in the midst of all this insatiability
of my ceaseless striving
My sense of nature’s pulse
just a dull white murmur
until it is time again
then I am stuck
standing, remaining still
Lifting my gaze again
I can do no more than marvel
for it has always been there
shining silent appearance
How could I have overseen it?
Love
inhabiting everything everywhere
I feel it now
in the lonely whitebeam
and in the valley of the meandering brook
in the forests of the proud beeches
and in the barren rock of the Jurassic sea
in the fishing cormorants and kingfishers
and in myself, the human being


Dieses Naturgedicht huldigt zu Weihnachten, die Liebe die alles um uns umfasst. Sie ist überall und wohnt verbindend in allen Dingen ein.
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This nature poem pays homage at Christmas to the love that embraces everything around us. It is everywhere and dwells unitingly in all things.


The truth



Ich finde eine tiefe Wahrheit
in der Art der Bäume
aufrecht und tiefgründig
kraftvoll und doch verletzlich
ausdauernd und nachgiebig
still und bescheiden
stehen sie zusammen
und sind doch getrennt

So ist die Wahrheit
sanft und doch stark
leise und doch unüberhörbar
vergänglich und bedingt
ihre Essenz liegt
jenseits der Vernunft
für meine Seele ist sie jedoch
das sich entfaltende Leben

(c) Njikoha Ebigbo 2022

I find profound truth
in the way of the trees
upright and deep rooted
powerful yet vulnerable
enduring and yielding
silent and humble
they stand together
whilst being asunder

Such is truth
gentle but strong
quiet yet unmistakable
transient and conditional
in its essence
beyond reason
but for my soul
it is life unfolding


Dieses Naturgedicht erkennt an, dass die Wahrheit alles andere als absolut ist! Wahrheit ist, wie sich das Leben abspielt und hängt von der Perspektive ab, die man in Zeit und Raum einnimmt!
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This nature poem recognises that truth is everything but absolute! Truth is how life plays itself out and depends on the perspective taken in time and space.


Home



Hier, bin ich daheim
niemals dort
In Zeiten des Aufruhrs
wenn auf deren stürmischen Wellen
ich überall
herumgeschleudert werde
bin ich immer hier
genau jetzt
niemals dann
Daheim, in mir
Wo auch immer
die Winde der Veränderung
mich tragen mögen
ich bin immer daheim
genau hier und jetzt
jenseits dieser Form
und außerhalb der Zeit
Ich bin endlos
in mir, daheim

(c) Njikoha Ebigbo 2022

My home is here
never there
When the waves of turmoil
toss me about
everywhere
I am always here
just now
never then
in my home within
Wherever
the winds of change
may carry me
I am always home
right here and now
beyond this form
and outside time
I am endless
within my home


Dieses Naturgedicht betrachtet die Existenz eines jeden als ein Ort des Rückzugs, der Stärke und des Friedens. Wenn man bei sich ist, dann ist alles in Ordnung. Es ist ein Zustand des Ursprünglichen, in vollkommener Geborgenheit!
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This nature poem views our existence as a place of retreat, strength and peace. When one is with oneself, all is well. It is a primordial state in perfect safety!


Dialogue



Wenn Worte golden wiegen
Ihre wahre Natur verlierend
werden sie zu Ornamenten
engstirniger Gemüter
verzerrt und nutzlos
Und dann in Stein gemeißelt
werden sie zu Gespenstern
die Rastlosen heimsuchend
Worte wie Abgesandte
verhandeln Perspektiven
denn es gibt keine Wahrheit
in diesem Leben
mit ihren unzähligen Möglichkeiten
die sich alle abspielen
als sich ständig verändernde Realitäten
Lasst uns darum tanzend debattieren
fortwährend
mit befreiter Zunge und offenem Geist
zum unberechenbaren Rhythmus des Lebens
denn das Gesagte wird nie beendet sein

(c) Njikoha Ebigbo 2022

When words weigh golden
they lose their true nature
distorted and futile
ornaments of narrow minds
and if cast in stone
they turn to ghosts
that haunt those
with restless souls

Words like emissaries
negotiate perspectives
for there is no truth
in a life of countless possibilities
all playing out
as ever changing realities
Pray then, let us dance in debate
with candid tongues and open minds
to life’s erratic rhythm
as what is said is never finished


Dieses Naturgedicht ruft zu Toleranz und Frieden durch Dialog auf. Es erkennt an, dass es immer Kompromisse geben wird, die unweigerlich immer wieder aufs Neue ausgehandelt werden müssen, damit Frieden obsiegt.
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This nature poem calls for tolerance and peace through dialogue. It acknowledges that there will always be the need for compromise, which will inevitably have to be continuously negotiated for peace to prevail.


The ancient ones



Die Luft ist frisch und feucht
die wogenden Wolken eilen
während das Sonnenlicht in Flecken
auf die bunte Landschaft fällt
Ich weiß, die Zeit ist gekommen
Jetzt tauchen die Uralten auf
aus dem dunklen irdenen Reich
von weit verwobenen Netzen
um sich endlos auszubreiten
auf dem leichten Atem
des herbstlichen Waldes getragen

(c) Njikoha Ebigbo 2022

The air is fresh
and moisture laden
The billowing clouds, hurried
as sunlight falls in patches
across the flaming lands
I know the time has come
Now the ancient ones emerge
from the dark earthen realm
out of vast woven webs
to spread out far and wide
upon the light breath
of the autumn forest


Amanita muscaria (Fliegen Pilz | Fly agaric or toadstool mushroom)


Dieses Naturgedicht beschreibt die Zeit der Fliegenpilze im Herbst. Pilze sind uralte Lebewesen die mit anderen Lebenwesen auf der Erde fein verwoben sind. Die Symbiose zwischen Mykorrhiza Pilze und Pflanzen ist ein solches Beispiel. Diese Pilze schaffen ein feines Geflecht welches Boden und Wurzeln durchsetzt. In den Wurzel entnehmen sie den Pflanzen Zucker während Pflanzen wiederum Nährstoffe und Wasser entnehmen. Pilze können so fein verzweigte Netze bilden die sich kilometer weit erstrecken. Sie sind effizienter als Pflanzenwurzel und vebinden sogar Bäume miteinander. Das größte Lebewesen ist ein Pilz der sich fast 9 Kliometer weit ausgedehnt hat.
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This nature poem describes the time of toadstools or fly agarics in autumn. Fungi are ancient living beings that are finely interwoven with other living beings on earth. The symbiosis between mycorrhizal fungi and plants is one such example. These fungi create a fine network that permeates the soil and roots. In the roots, they obtain sugar from the plants, while plants in turn obtain nutrients and water. Fungi can thus form finely branched networks that extend for kilometres. They are more efficient than plant roots and even link trees together. The largest living organism is a fungus that stretches almost 9 kilometres.


Sporen von| Spores of Amanita muscaria (Fliegen Pilz | Fly agaric or toadstool mushroom)