The sober nature of life

Grüne Krabbenspinne (Diaea dorsata) auf dem Gelben Frauenschuh / Crab spider on the Lady’s Slipper Orchid (Cypripedium calceolus) Schwäbische Alb

Gelb leuchtet die Frauenschuh-Orchidee
Fein-süßlich nach Aprikosen duftend
Und die Fliege fand ihr Ende

Bright yellow shone the lady slipper orchid
The delicate scent of apricots in the air
And the fly found its end

© Njikoha Ebigbo 2021


Anmerkung
Die Kesselfallenblume der Frauenschuh-Orchidee leuchtet gelb und duftet zart nach Aprikosen. Insekten werden dadurch in den Kessel der Blüte gelockt. Dort finden sie nur über die Haartreppen im hinteren Teil ihren Weg aus der Falle. Überall sonst sind die Wände zu glatt um herauszukrabbeln.

Beim verlassen der Blume müssen sie sich dabei unter Narbe und Staubblätter hindurchzwängen um wieder nach außen zu gelangen. Durch diese Täuschung gelingt es der Orchidee eine Bestäubung zu bewirken. Krabbenspinnen kommen mit ihren langen Beinen problemlos aus der Kesselblume heraus und lauern Insekten dort auf.

So kommt es, dass Insekten nicht nur getäuscht werden sondern auch als Nahrung für Krabbenspinnen enden.


Annotation
The slipper shaped lip of the lady slipper orchid has a conspicuous yellow colour. It has a delicate scent of apricots. Colour and scent attract insects into the slipper lip. The only way out of this trap is along the anterior wall of the slipper. The other parts of the slipper are too smooth for insects to crawl up.

Insects that leave the flower must squeeze themselves past the stigma and then the anthers. The lady slipper orchid achieves pollination using this deception. Crab spiders with their long legs easily move in and out of the slipper. They take advantage of this ability to ambush insects trapped in the slipper.

And so it happens that insects are not only deceived but also find themselves as food for crab spiders.


How do you want to be?

Küchenschelle (Pasque flower) Aneome pulsatilla, Schwäbische Alb Frühling 2021

Sie gehen den Hügel ganz hinauf
An diesem sonnigen warmen Freitag
Ein Ort vom Pfluge längst verschont
Wo Seltenheiten nun gedeihen

Sie sinnieren mit wandernden Blicken
Über ihre eigentliche Bestimmung
Während lila Köpfe sich wiegen
Im sanften Wind des Frühlings

Über die sonnigen Hänge
Kommt der Mittagswind auf
Und lebhafte Gesichter lächeln
Eine einfache alte Antwort

Dein Sinn ist es zu sein
Du lebst, um zu sterben
Du stirbst, um zu leben
Und dazwischen bist Du
Also, wie willst Du sein?

They walk onto the very top
On a sunny warm Friday
A hill the plough has long not touched
Now bearing nature’s rarest

They ponder with wandering gazes
About their very purpose
Whilst purple heads are swaying
To springtime‘s gentle breeze

Then across the sunny slopes
The midday wind arises
And vibrant faces smile
A simple ancient answer

Your purpose is to be
You live to die and die to live
And in between you are
So, how do you want to be?

© Njikoha Ebigbo


Spring is a time of abundance …

Rosenkäfer (Rose Chafer), Cetonia aurata

Der Frühling ist eine Zeit des Überflusses
Warmes Sonnenlicht überall

Blüten zahlreicher als Blätter
Süßer Duft liegt in der Luft

Vogelgesang begrüßt mein allmorgendliches Erwachen
Klänge voller Freude und Frieden

Das Flattern von Schmetterling, Käfer und Biene
Filigranes Netz des Lebens
Sichtbar

Der Frühling ist eine Zeit des Überflusses
Die üppige Lebenspracht der Natur

Spring is a time of abundance
Warm sunlight every where

Blossoms outnumber leaves
Sweet scent in the air

Bird songs greet my every morning wakening
Sounds full with joy and peace

The flutter of butterfly beetle and bee
Visible intricate web of life

Spring is a time of abundance
Nature’s lavish display of life

© Njikoha Ebigbo


Can you see the wind?

Schwäbische Alb, Winter 2021

Kannst Du den Wind sehen?
So wie man Licht nicht sehen kann
Sondern nur durch seine Wirkung
So ist es auch mit dem Wind
Wenn die Eiskristalle tanzen
Und das Blatt gegen den Schnee gehalten wird
Dann sehen wir den Wind

Just as light cannot be seen
But only by its effects
Such it is with the wind
When the ice crystals dance
And the leaf is held against the snow
Then we see the wind

© Njikoha Ebigbo


Blue Netted Iris

Iris reticulata (Netzblatt-Schwertlilie) Spring 2021

Wunderschöne zarte Blautöne
Getragen, wenn der Winter vergeht
Und dieser Streifen von Orange
Damit ich nichts übersehe
So beuge ich das Knie
Denn die Schönheit wird nicht hoch gehalten
Sondern zwischen den Steinen und Felsen
Bloß eine Handbreit hoch

Lovely delicate blue tones
Borne just as winter fades
And that streak of orange blaze
That I may not fail to notice
So bend my knee I must
For beauty is not held up high
But amongst the stones and rocks
Merely a hand’s breadth tall

© Njikoha Ebigbo


Spring foreboding

Hepatica nobilis (Leberblümchen) Eselsburgertal 2021

An Südhängen stehen sie
Eichen und Buchen immer noch kahl Unter dem zurückweichenden Schnee Erscheint das Laub vom letzten Herbst Unter diesen vergilbten Blättern
Im hellen, warmen Sonnenlicht
Fallen plötzlich ins Auge
Wundersame blaue Farbtupfer
Kleine schalenförmige Blüten
Wie edle Abgesandte des Frühlings
Mit dem Versprechen des Lebens
Bringen sie Glück und Freude

Oak and beech still bare
On southern slopes they stand Beneath the receding snow
Leaves of last fall appear
Amongst these yellowed leaves
In bright warm sunlight
Quaint speckles of blue
Catch the eye
Little cupped blossoms
Like noble emissaries of spring
With the promise of life
They bring happiness and joy

© Njikoha Ebigbo