Can beauty redeem?

The Apollo Butterfly | Roter Apollo (Parnassius apollo)
Status – Rote-Liste D (2011): 2-Stark gefährdet, sehr selten, starker Bestandsrückgang, streng geschützt
Conservation status Germany – Red List D (2011): Category 2-highly threatened, very rare, strong decline

An einem warmen Sommertag
Ein weißes Aufleuchten
Fängt mein Auge
Auf einer Brise schwebend
Anmutig flatternd
Ein feenhafter Tanz
Über sonnendurchfluteten Feldern

Ein Tanz der Lüfte
Getragen auf transparentem Pergament
Mit wechselnden Symbolen
Bestäubt auf weißer Tapisserie
In Ringen von Rot
Und gelben Kreisen
Inmitten kontrastreicher Flecken von Schwarz

Ich kann sehen, warum
Du solch göttlichen Namen trägst
Von allen, die bestäubte Flügel tragen
Ist Deine Schönheit unübertroffen
Zart und reizvoll

Am Rande der Auslöschung
Intensiviert sich deine Schönheit
Einzigartig in deiner schwindenden Existenz
Nicht lange und du wirst sein
Eine Erinnerung
Von legendärer Schönheit

Doch deine Anmut wird verehrt
Und es gibt viele Hände die streben
Neue Behausungen zu schmieden
Mit Blumen, Felsen und Steinkulturen
Auf sonnigen Hängen und Feldern
Vielleicht ist dein Spiel im Leben
Noch nicht zu Ende?

On a warm summer’s day
A flash of white
Catches my eye
Afloat on a breeze
Gracefully fluttering
A fairy dance
Over sun drenched fields

A dance borne in air
On transparent pergament
Bearing varying symbols
Dusted on white tapestry
In rings of red
And circles of yellow
Amongst contrasting spots of black

I can see why
You hold such celestial name
Of all those bearing dusted wings
Yours is beauty unsurpassed
Delicate and alluring

On the verge of obliteration
Your beauty intensifies
Unique in your waning existence
Not long and you become
A memory
Of legendary beauty

But your beauty is revered
And there are many hands
That seek to forge new dwellings
With flowers, rocks and stone crops
On sunny slopes and fields
Perhaps your play in life
Is not yet ended?

© Njikoha Ebigbo 2021


Rare butterfly …

The clouded Apollo | Schwarzer Apollo (Parnassius mnemosyne)

Seltener Schmetterling
Würdest du geliebt werden
Wenn du nicht selten wärst?

Durchsichtige Spitzen
Zarte Muster
Feine Striche in Schwarz
Auf weißem Pergament
Dein ist die stille Schönheit
Von Kontrasten und Harmonie
Die Ruhe und Frieden hervorrufen

Keine Farben zeigst du
Wie schön wärst du
Wenn du flattern würdest
In jedem blühenden Feld?

Rare butterfly
Would you be loved
Were you not rare?

Transparent tips
Delicate patterns
Fine strokes of black
On white pergament
Yours is the quiet beauty
Of contrasts and harmony
That evokes calmness and peace

With no colours to show?
How beautiful would you be
If you were to flutter
In every blooming field?

© Njikoha Ebigbo 2021


The sober nature of life

Grüne Krabbenspinne (Diaea dorsata) auf dem Gelben Frauenschuh / Crab spider on the Lady’s Slipper Orchid (Cypripedium calceolus) Schwäbische Alb

Gelb leuchtet die Frauenschuh-Orchidee
Fein-süßlich nach Aprikosen duftend
Und die Fliege fand ihr Ende

Bright yellow shone the lady slipper orchid
The delicate scent of apricots in the air
And the fly found its end

© Njikoha Ebigbo 2021


Anmerkung
Die Kesselfallenblume der Frauenschuh-Orchidee leuchtet gelb und duftet zart nach Aprikosen. Insekten werden dadurch in den Kessel der Blüte gelockt. Dort finden sie nur über die Haartreppen im hinteren Teil ihren Weg aus der Falle. Überall sonst sind die Wände zu glatt um herauszukrabbeln.

Beim verlassen der Blume müssen sie sich dabei unter Narbe und Staubblätter hindurchzwängen um wieder nach außen zu gelangen. Durch diese Täuschung gelingt es der Orchidee eine Bestäubung zu bewirken. Krabbenspinnen kommen mit ihren langen Beinen problemlos aus der Kesselblume heraus und lauern Insekten dort auf.

So kommt es, dass Insekten nicht nur getäuscht werden sondern auch als Nahrung für Krabbenspinnen enden.


Annotation
The slipper shaped lip of the lady slipper orchid has a conspicuous yellow colour. It has a delicate scent of apricots. Colour and scent attract insects into the slipper lip. The only way out of this trap is along the anterior wall of the slipper. The other parts of the slipper are too smooth for insects to crawl up.

Insects that leave the flower must squeeze themselves past the stigma and then the anthers. The lady slipper orchid achieves pollination using this deception. Crab spiders with their long legs easily move in and out of the slipper. They take advantage of this ability to ambush insects trapped in the slipper.

And so it happens that insects are not only deceived but also find themselves as food for crab spiders.


This life is a gift

Libellen-Schmetterlingshaft / Owlfly (Libelloides coccajus) Schwäbische Alb

Ich war auf der Suche nach einem besonderen Wesen
Weder Libelle noch Schmetterling
Selten, schwer zu finden
Doch der Libellen-Schmetterlingshaft fand mich
Und ließ sich direkt auf meinem Kopf nieder


Dieses Leben ist ein Geschenk
Zu nehmen oder zu lassen
Weder süß noch bitter
Das Leben ist eine Erfahrung für sich
Nichts ist vergleichbar
Nur das Leben


Doch das Leben kennt weder Gut noch Böse
Es gibt keine Gerechtigkeit, keine Fairness
Das Leben differenziert nicht
Zwischen Glück und Unglück
Es gibt weder Erfolg noch Misserfolg


Warum so zynisch fragst Du?
Sicherlich ist das Leben schon hart wie es ist!
Schau immer auf die schönen Seiten des Lebens
Du beharrst darauf


Meine Wahrheit ist einfach und klar
Schöne Seiten gibt es nicht
Ohne die Schattenseiten
Das Glück kommt mit dem Unglück
Ich weiß, dass das Leben ein Geschenk ist
Das einer Erfahrung
Frei von jedem Preis
Wenn du es akzeptierst
Bedingungslos


Wenn du das meistern kannst
Dann wirst du frei sein
Von Krankheit und Tod
Frei von Angst und Sorgen
Frei zu erleben
Dieses Leben als ein Geschenk

I went looking for a special being
Neither dragonfly nor butterfly
Rare and difficult to find
But the owlfly found me
Perched right on the top of my head


This life is a gift
To take or to leave
Not sweet nor bitter
Life is an experience of its own
Nothing comparable
Just life


But life knows no good nor bad
There is no justice, no fairness
Life does not differentiate
Between fortune and misfortune
There is nothing like success or failure


Why so cynical you ask?
Certainly life is tough already as it is!
Always look onto the bright sides of life
You insist


My truth is simple and striaight
Bright sides are inexistent
Without the shadows
Fortune comes with misfortune
I know that life is a gift
That of an experience
Free of any price
If you accept
Unconditionally


If you master this
Then you will be free
Of illness and death
No fear or worry
Free to experience
Life as a gift


© Njikoha Ebigbo 2021


Romance of the Orchid

Ophrys spegodes Große Spinnenragwurz / Early Spider Orchid

Ophryse ragen hoch und stolz
Über dem langsam entstehenden Grün
Ihre Blüten werden geduldig hoch gehalten
Für die ahnungslosen lockend

Bienen und Wespen
Überwältigt von ihrer eigenen Natur
Um künftige Generationen zu sichern
Tun, wie Ihnen geboten

Ein Vermittler mit einem Bündel
Weit wertvoller als Edelstein oder Juwel
Der Schlüssel zum eigenen Überleben der Orchideen
Weitergereicht mit Präzision

Unverzichtbar für die Orchidee
Im Überlebensspiel des Lebens

Funktional mag es erscheinen
In den Augen des Naturforschers

Für mich ist sie reine Schönheit
Ein Spiegelbild des Wesens der Natur

Ophryses stand tall and proud
Above the slowly emerging green
Flower lures held ever so patiently high
To those unsuspecting

Bees and wasps
Overwhelmed by their own nature
To secure forthcoming generations
They do the orchids bidding

A go-between with a bundle
Far more precious than gem or jewel
The key to the orchids own survival
Passed on with precision

Essential to the orchid
In life’s play of survival

Functional it may seem
In the eyes of the naturalist

To me it is pure beauty
A reflection of nature’s own being

© Njikoha Ebigbo


How do you want to be?

Küchenschelle (Pasque flower) Aneome pulsatilla, Schwäbische Alb Frühling 2021

Sie gehen den Hügel ganz hinauf
An diesem sonnigen warmen Freitag
Ein Ort vom Pfluge längst verschont
Wo Seltenheiten nun gedeihen

Sie sinnieren mit wandernden Blicken
Über ihre eigentliche Bestimmung
Während lila Köpfe sich wiegen
Im sanften Wind des Frühlings

Über die sonnigen Hänge
Kommt der Mittagswind auf
Und lebhafte Gesichter lächeln
Eine einfache alte Antwort

Dein Sinn ist es zu sein
Du lebst, um zu sterben
Du stirbst, um zu leben
Und dazwischen bist Du
Also, wie willst Du sein?

They walk onto the very top
On a sunny warm Friday
A hill the plough has long not touched
Now bearing nature’s rarest

They ponder with wandering gazes
About their very purpose
Whilst purple heads are swaying
To springtime‘s gentle breeze

Then across the sunny slopes
The midday wind arises
And vibrant faces smile
A simple ancient answer

Your purpose is to be
You live to die and die to live
And in between you are
So, how do you want to be?

© Njikoha Ebigbo


Spring is a time of abundance …

Rosenkäfer (Rose Chafer), Cetonia aurata

Der Frühling ist eine Zeit des Überflusses
Warmes Sonnenlicht überall

Blüten zahlreicher als Blätter
Süßer Duft liegt in der Luft

Vogelgesang begrüßt mein allmorgendliches Erwachen
Klänge voller Freude und Frieden

Das Flattern von Schmetterling, Käfer und Biene
Filigranes Netz des Lebens
Sichtbar

Der Frühling ist eine Zeit des Überflusses
Die üppige Lebenspracht der Natur

Spring is a time of abundance
Warm sunlight every where

Blossoms outnumber leaves
Sweet scent in the air

Bird songs greet my every morning wakening
Sounds full with joy and peace

The flutter of butterfly beetle and bee
Visible intricate web of life

Spring is a time of abundance
Nature’s lavish display of life

© Njikoha Ebigbo


Can you see the wind?

Schwäbische Alb, Winter 2021

Kannst Du den Wind sehen?
So wie man Licht nicht sehen kann
Sondern nur durch seine Wirkung
So ist es auch mit dem Wind
Wenn die Eiskristalle tanzen
Und das Blatt gegen den Schnee gehalten wird
Dann sehen wir den Wind

Just as light cannot be seen
But only by its effects
Such it is with the wind
When the ice crystals dance
And the leaf is held against the snow
Then we see the wind

© Njikoha Ebigbo


Blue Netted Iris

Iris reticulata (Netzblatt-Schwertlilie) Spring 2021

Wunderschöne zarte Blautöne
Getragen, wenn der Winter vergeht
Und dieser Streifen von Orange
Damit ich nichts übersehe
So beuge ich das Knie
Denn die Schönheit wird nicht hoch gehalten
Sondern zwischen den Steinen und Felsen
Bloß eine Handbreit hoch

Lovely delicate blue tones
Borne just as winter fades
And that streak of orange blaze
That I may not fail to notice
So bend my knee I must
For beauty is not held up high
But amongst the stones and rocks
Merely a hand’s breadth tall

© Njikoha Ebigbo


Spring foreboding

Hepatica nobilis (Leberblümchen) Eselsburgertal 2021

An Südhängen stehen sie
Eichen und Buchen immer noch kahl Unter dem zurückweichenden Schnee Erscheint das Laub vom letzten Herbst Unter diesen vergilbten Blättern
Im hellen, warmen Sonnenlicht
Fallen plötzlich ins Auge
Wundersame blaue Farbtupfer
Kleine schalenförmige Blüten
Wie edle Abgesandte des Frühlings
Mit dem Versprechen des Lebens
Bringen sie Glück und Freude

Oak and beech still bare
On southern slopes they stand Beneath the receding snow
Leaves of last fall appear
Amongst these yellowed leaves
In bright warm sunlight
Quaint speckles of blue
Catch the eye
Little cupped blossoms
Like noble emissaries of spring
With the promise of life
They bring happiness and joy

© Njikoha Ebigbo