Farbenfroh der Herbst Sonnig gelb der Sommer Blauweiß der Winter Und der Frühling – grün Und ich tauche in das Grün Hoffnung sickert ein Werde schwer Ruhe Sinke sanft hinab in dieses Bad des Glücks
Green
colourful autumn sunny yellow summer blue-white winter but spring is green and I immerse myself in this green hope seeps in heaviness calm sinking gently down into this bath of joy
Der Mensch spricht von der Natur getrennt von sich So geht er in die Natur spazieren will sie erleben und entdecken Lässt sich von ihr inspirieren will sie schützen, sie erhalten Will bestimmen was erlaubt und was verboten Er spricht von Naturgesetzen und stellt Regeln auf Will sie verstehen und lässt nur zu was er beweisen kann Es ist eine Haltung irrsinnigem Größenwahns Der Mensch klein und flüchtig in seiner Existenz sieht sich getrennt von der Natur: Ich und die Natur Ist er nicht Teil der Natur? Fein eingeflochten im Netz des Lebens Unzertrennlich Der Mensch ist eine Naturgewalt Und so wie der Sturm scheinbar plötzlich in Erscheinung tritt sein Werk in einem gewaltigen Spektakel vollbringt nur um dann genauso schnell abzuebben und neue Bedingungen hinterlässt für die Fortschreitung des Lebens So vollbringt der Mensch sein Werk Nicht getrennt von der Natur sondern stets im vollen Einklang mit ihr als Naturgewalt Und das Leben entfaltet sich auf die übliche Weise stets zufällig und doch bestimmt
Humans speak of nature separate from themselves So they go for a walk in nature want to experience and discover it Let themselves be inspired by it want to protect it, to preserve it Want to determine what is allowed and what is forbidden They speak of the laws of nature and establishes rules Want to understand it and only allow what they can prove It is an attitude of insane megalomania Humans, small and fleeting in their existence see themselves separated from nature: I and nature Are they not part of nature? Finely interwoven in the web of life Inseparable Humans are a force of nature And just as the storm seems to appear suddenly performs its work in a mighty spectacle only to die down just as quickly and leaves new conditions for the progression of life So do humans accomplish their work Not separate from nature but always in full harmony with it as a force of nature And life unfolds in the usual way always random and yet determined
Ins Light — In meinen dunkelsten Zeiten als ich die lautlose Brise des an mir vorbeiziehenden Todes spürte und die Angst, das Leben zu verlieren mir enge Gesellschaft leistete sehnte ich mich nach dem erlösendem Licht
Die Dunkelheit wog schwer je mehr ich mich sehnte, verdichtete sie sich, bis zur Verzweiflung und ich verlor mich ganz im Nichts die Angst zurück lassend
Im Angesicht der Leere erkenne ich die Essenz der Natur Dunkelheit und Licht keines geht ohne das andere
Ich habe nichts zu befürchten denn die Dunkelheit führt zum Licht noch brauche ich mich zu sehnen denn das Licht ist einfach nur auf der anderen Seite der Dunkelheit
Into the light —
In my darkest times when I felt the soundless breeze of death passing by me and the fear of losing life kept close company I yearned for relieving light
Darkness weighed heavily the more I longed thickening, into despair until I lost myself entirely into nothingness leaving fear behind without a hold on me
In the face of emptiness I realise nature’s essence darkness and light none goes without the other
I have nothing to fear as darkness leads to light nor do I have to yearn for light is always just at the other side of darkness
Manchmal verirrt sich der Winter, kehrt zurück, wenn die ersten Knosen aufbrechen, wie auf der Suche nach etwas Zurückgelassenem Unter der Schleppe seines schneeweißen Gewands bleicht er die grüne Landschaft aus und dämpft die knospenden Farben des Frühlings
Und obwohl der Zweck dieser Geschehnisse sich meinem Verständnis entzieht fühle ich eine Andeutung eines größeren Schemas denn nur Akzeptanz, nicht Beschwerde begleitet diese wiederkehrende Präsenz Das Muster, das so gewebt, ist eines des ständigen Wandels und ergibt ein Gewebe von unendlicher Vielfalt schimmernd mit unzähligen Möglichkeiten In diesem Moment der Wertschätzung erkenne ich: die Rückckehr des Winters ist nur ein flüchtiger Blick auf das lebendige Gewebe
Sometimes winter wanders astray returning when the first buds break open as if in search of some left behind bleaching out the greened landscape stifling the budding colours of spring underneath a trailing snow white gown
And although the purpose of these events is beyond my grasp there is an inkling of a greater scheme for only acceptance not complaint accompanies this returning presence The pattern thus being woven is one of constant change yielding a fabric of infinite diversity shimmering with uncountless possibilities In this moment of appreciation I realise that winter’s return is just a glimpse of nature’s vibrant weaving
Den schmalen Pfad hinab, hüpfend Über entblößte Wurzeln und Gestein ein reines Herz vor Vergnügen lacht mit zarten Berührungen den Frühlingsvorboten begrüßt
Unter blauem Himmel erschienen im goldenen Licht der Sonne die edlen Abgesandten des Frühlings Blau getupft auf gelb erstrahltem Blattstreu lächeln sie ihr entgegen Köpfe sanft wiegend „Dieser Frühling ist blau und gelb, und du bist frei“
Down the narrow path Over exposed roots and rocks a pure heart skips laughs with pleasure as she welcomes with casual touches tender and sincere the heralds of spring
Under blue skies appeared in golden sunlight Blue specks on yellow radiant leaf litter they smile at her heads gently swaying „This spring is blue and yellow and you are free“
So ungläubig ich auch sein mag im Angesicht dieser Verwüstung weiß ich, du wirst dich durchsetzen aus dieser winterlichen Verödung
Ich sehe eure Köpfe sich aufrichten hellblaue Tupfer der Hoffnung durch die gebräunten Blätter des letzten Herbstes zur vollen Blüte erhebend vor gelber Frühlingskulisse der heller werdenden Sonne entgegen
Diese zerbrechliche Harmonie, auf zarten Stängeln aufrecht erhaltend bestückt mit dem Willen der Natur zu überdauern als freie und schöne Wesen
Unbelieving as I may seem in the face of this depredation I know that you will push through this winter‘s desolation
I see your heads uprising bright blue specks of hope through the browned leaves of last fall reaching up to full bloom against the yellow backdrop of spring‘s brightening sun
This fragile harmony, upheld on delicate stalks endowed with nature‘s will to endure as free and beautiful beings
Der Morgen ist jetzt blau wenn die Amseln singen in mannigfaltigen, süßen Strophen Die Luft vibriert voll mit dem Versprechen von Leben Weckt meine Sinne aus dem Winterschlaf Beharrlich, dass ich nicht verzichte auf die vielen leisen Vorboten des Frühlings
Wie viele Male zuvor war ich in der Einsamkeit des Winters verloren – trostloser Geist, kahle, verdorrte Welt Dennoch, das Leben selbst ist mein Ziel Ich erhebe mich, verlasse dieses träge Dasein auf der Suche nach dem nahenden Frühling
Braune Blätter mit Eis bedeckt knirschen unter meinen Schritten wenn ich durch die kahlgeschorenen Wälder streife Über dem Waldboden streichen schlanke Finger des Lichts um auf kleinen tanzenden Blüten zu ruhen gelbe Köpfe mit grünen Röcken wiegen sich im noch leisen Rhythmus des Frühlings
Buds of spring
Morning turns blue whilst blackbirds speak in tongues manifold and sweet That vibrant air full with the promise of life wakes my hibernating senses insisting that I may not forego spring’s many quiet heralds
How many times before was I lost in winter’s solitude – desolate mind, bare withered world Regardless, life itself is my purpose I heave myself up, leave this wintery bedding in search of spring’s budding presence
Browned leaves crisp with ice crunch under my footsteps as I roam the shaven forests slender fingers of light crawl across the forest litter to rest upon little dancing florets yellow heads with green skirts swaying to spring’s yet feeble rhythm
Gewöhnliche Waldrebe | Traveller’s joy (Clematis vitalba)
Ein Winter für die Seele — Die langen Schatten des Tages immerzu verschwimmend im bleichen Schleier des Nebels Die Welt vor mir liegend verdorrend braun verblassend fad Ein Motiv verzweifelnd suchend Kein gelb des Winterlings aus dem Schnee sich schiebt Nur die flinken Meisen mit Gesang und Flügelschwirren an der Samenvielfalt erfreut
Des Sommers Grün vergessend beschließe ich mein Glück im Augenblick zu suchen Als dann, im blassen Schatten der Kälte der blaue Schimmer zart liegend Dagegen nun betrachtet zauberhaft erhebend ein verstecktes Wintermotiv An verdorrten Ranken der wilden Clematis hängend weiß gefiederte Samengruppen mit sanft geschwungene Linien Das Abbild nehmend zur Erkenntnis kommend Der Winter klärt den Blick und macht die Seele frei
A winter for the soul — The long shadows of the day are constantly blurred by a pale misty veil The world lies before me withering brown fading bland In desperate search for a motif worth showing not a single yellow cup of the winter aconite emerges above the snow Only the nimble titmice with song and wings abuzz delighted by seeds abound
Forgetting the green of summer I decide to seek my joy in that moment existing Then, in the pale shadow of the cold a blue shimmer lies softly Against which it enchantingly appears a hidden winter motif On withered vines of wild clematis white feathered seeds in clusters with gently curving lines As the photograph is finally taken I come to realise that winter clears my view and frees my soul anew
Apperzeption — Es hat geregnet Immer wieder entzieht sich uns der Winter Bäche schwellen an und sprudeln ihre Warnung aus an Ohren, die durch den Fahrtwind von hastig geführten Leben taub geworden sind Aber die Natur nimmt sich Zeit Perlen flüchtiger Momente auffädelnd eine nach der anderen zu einer Pracht unvorstellbar Doch vielleicht in großer Stille könnte ich einen flüchtigen Blick auf ihr größeres Vorhaben erhaschen
Apperception — Rain has been falling Over and over Winter eludes us, again Streams swell gushing out her warning to ears deafened by the head wind of lives hastily led But nature takes her time threading beads of fleeting moments one after another to splendour impossible to imagine Yet perhaps, in deep stillness I might catch just one glimpse of her greater scheme
The taste of life — I walked through life and discovered its unique fruit Then when I could taste of its enticing pulp I was overwhelmed by its bitter-sweet taste
But then when I realised that I cannot savour the sweet without the bitter I learnt that relishing the latter brings rich fulfilment
Der Geschmack des Lebens — Ich ging durch das Leben und entdeckte seine einzigartige Frucht Endlich vom verlockenden Inneren kostend war ich überwältigt von ihrem bittere-süßen Geschmack
Als ich merkte, dass ich das Süße nicht ohne das Bittere genießen kann lernte ich, dass der Genuß des Letzteren reiche Erfüllung bringt